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Politik

Der weite Weg nach Bethlehem

Darf Palästinenserpräsident Jassir Arafat doch noch zur Mitternachtsmesse nach Bethlehem reisen? Der internationale Druck auf die israelische Regierung nimmt zu.

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Sitzt in Ramallah fest: Arafat

Israel hat dem Palästinenserpräsidenten seine traditionelle Teilnahme an der Messe untersagt. Als Begründung verweist die israelische Regierung darauf, Arafat gehe nicht entschieden genug gegen palästinensische Extremisten vor. In der Nacht wurden die Straßensperren zwischen Ramallah und Jerusalem verstärkt, um die Bethlehem-Reise Arafats zu verhindern. Der PLO-Chef hatte zuvor angekündigt, trotz des Verbots zu der Messe fahren zu wollen.

Israel verlangt Festnahme von Seevi

Offiziell hat die Armee Anweisung bekommen, Arafat an einer der Straßensperren zu stoppen, falls er sich auf den 25-Kilometer-Weg nach Bethlehem mache, berichtete der Rundfunk. Die israelische Armee hatte in Vergeltung für palästinensische Terrorangriffe am 2. Dezember die beiden Hubschrauber Arafats in Gaza zerstört, während sich Arafat in Ramallah aufhielt. Seitdem sitzt Arafat dort fest.

Israel will Palästinenserpräsident Jassir Arafat offenbar nur dann reisen lassen, wenn er zuvor die Urheber des Anschlags auf den israelischen Minister Rechavam Seevi festnimmt. Seevi war am 17. Oktober ermordet worden. Rundfunkbericht zufolge verlangt Ministerpräsident Scharon vor allem die Festnahme des Palästinensers Ahmad Saadat. Dessen radikale Organisation "Volksfront zur Befreiung Palästinas" (PFLP) hatte die Verantwortung für den Mord an Seevi übernommen.

Internationale Kritik an Israel

Seit dem Abzug der israelischen Armee aus der Stadt im Westjordanland vor sechs Jahren hatte der Palästinenserpräsident, selbst ein Moslem, jedes Jahr an der dortigen Mitternachtsmesse teilgenommen. Arafat hatte bereits angekündigt, sich mit allen Mitteln dem Verbot zu widersetzen; die Palästinenserbehörde appellierte ihrerseits an den Papst, Arafat dabei zu unterstützen.

Der derzeitige EU-Ratspräsident und belgische Außenminister Louis Michel forderte Israel auf, Arafat auch in diesem Jahr an den Weihnachtsfeierlichkeiten in Bethlehem teilnehmen zu lassen. Michel sagte, dass Arafat für Israel wie für die internationale Gemeinschaft der legitime Ansprechpartner für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts sei. Auch die USA und selbst einige israelische Minister haben die Haltung Scharons kritisiert.

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  • Datum 24.12.2001
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