1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Gesichter Deutschlands

Der Vertriebsingenieur: Markus Reißenweber

Markus Reißenweber muss immer in zwei Zeitzonen denken. Der Ingenieur ist zuständig für die Kunden in den USA. Wenn er in der Firma sitzt, schlafen die noch.

GD_Portrait_MaRe

Markus Reißenweber lebt mit seiner Frau auf dem Lande in Bayern, in einem kleinen Ort namens Watzendorf. Mit dem Auto fährt er etwa 20 Minuten bis zu seinem Arbeitsplatz in Coburg. Dort ist die Firma Kapp ansässig, für die der 29-Jährige seit knapp vier Jahren arbeitet. Sie fertigt sehr spezielle Werkzeugmaschinen - Hightech-Anlagen für namhafte Firmen wie Daimler, Volkswagen oder den Traktorenhersteller AGCO Fendt.

Vor der Auslieferung steht die Abnahme

Markus Reißenweber ist Bindeglied zwischen Produktion und Kunden (Foto: DW)

Markus Reißenweber ist Bindeglied zwischen Produktion und Kunden

Gerade in der Firma angekommen, erwarten den Vertriebsingenieur bereits die ersten Kunden. Sie lassen sich entweder ein neues Konzept vorstellen, oder sie nehmen eine bestellte und fertiggestellte Anlage kritisch in Augenschein. Abnahme heißt das dann: Es wird genau geprüft, ob alle vereinbarten Anforderungen auch erfüllt wurden. Häufig gibt es dabei noch Abstimmungsbedarf: "Es geht hin und her, bis wir ein Konzept haben, das wir einerseits bauen und anbieten können und das auch dem Kunden als bestmögliche Umsetzung erscheint.“

Reißenwebers Job: Er muss zu den Kunden fahren, Projekte oder Maschinen vorstellen, Alternativen aufzeigen. Er ist viel unterwegs. Doch er genießt die Abwechslung. Langweilig ist ihm nie, denn er reist herum und lernt viele Menschen kennen.

Vier bis sechs mal im Jahr ist er für ein bis zwei Wochen in den USA. Die Kunden dort haben andere Erwartungen als die Deutschen. Sie planen kurzfristiger und reagieren schneller. "Wir Deutsche überlegen, was wir in einem, zwei oder drei Jahren machen. Demgegenüber sagt der Amerikaner, er möchte schneller reagieren, eher kurzfristig. Und wenn sich etwas ändert, wird die Planung eben umgeworfen.“

Raus aufs Dorf der Ruhe wegen

Markus Reißenweber reist beruflich häufig in die USA (Foto: DW)

Markus Reißenweber reist beruflich häufig in die USA

Die USA kennt Reißenweber seit seiner Studienzeit. Damals hat er dort ein Praktikum gemacht. Er könnte sich durchaus vorstellen, dort für ein paar Jahre zu leben. Reißenweber liebt seine Arbeit. Für sie muss er flexibel sein. Da er sich nach den Kunden richten muss, kann er nie im voraus sagen, wann er nach Hause kommt. Aber noch haben er und seine Frau keine Kinder. Deshalb kann er das Privatleben gut mit dem Beruf vereinbaren. Die beiden leben auf dem Land, ruhig und idyllisch, 20 km von Coburg entfernt. Sie haben Watzendorf bewusst gewählt: "Weil man vom hektischen Alltag Ruhe zum Ausspannen hat. Da kann man direkt vor der Tür über die Felder loslaufen und eine Runde drehen", sagt Markus Reißenweber .

Preis für die Diplomarbeit

Der junge Mann legt viel Wert auf den Zusammenhalt seiner Familie. Er, die Eltern und Großeltern sind immer für einander da, wenn irgendetwas ansteht. "Das war mir am Anfang etwas ungewohnt, aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt und ich finde es sehr schön", sagt Daniela, seine Frau. Die beiden haben im Mai 2009 geheiratet. Kennengelernt haben sie sich während des Studiums. Damals war er nicht immer ein guter Student. Aber dann sprang der Schalter um: "Als ich die Spezialisierung in meine Fachrichtung begann, als ich endlich mal machen konnte, was mir Spaß macht, da ging es aufwärts." Für seine Diplomarbeit über energieeffiziente Produktionsanlagen bekam er sogar einen Preis der nordrhein-westfälischen Energieagentur.

Reißenweber ist jemand, der seine Ziele konsequent verfolgt: "Wenn man einmal eine Niederlage erlebt, darf man sich nicht abschrecken lassen und sich zurückziehen. Sondern man muss seine Hausaufgaben machen, dran bleiben und es wieder probieren. Es ist egal, was man erreichen möchte, irgendwann wird es mit Sicherheit auch klappen. Das ist das Glück der Fleißigen", lacht der Ingenieur.

Autorin: Anjelina Verbica
Redakton: Birgit Görtz

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema