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Top-Thema – Podcast

Der Urwald in Deutschland

Früher war ganz Mitteleuropa von riesigen Wäldern bedeckt. Heute sind sie längst verschwunden. Nur in Thüringen gibt es noch einen 16.000 Hektar großen Urwald. Er ist ohne die Hilfe von Menschen gewachsen.

Eine Treppe führt hinauf in die Baumkronen.

Die Besucher können in 30 Metern Höhe durch die Baumkronen laufen.

Riesige Rotbuchen ragen in den Himmel. Ihre Stämme sind so dick wie die Säulen einer sehr großen Kirche. Eine umgestürzte Eiche verrottet langsam, während Moose auf ihr wachsen. Ganz ohne Zutun des Menschen entsteht ein Urwald mitten in Deutschland – zwischen Eisenach, Mühlhausen und Bad Langensalza in Thüringen.

Mit einer Gesamtfläche von 16.000 Hektar ist der Wald der größte zusammenhängende Laubwald in Deutschland. Weder große Straßen noch Eisenbahnschienen verlaufen durch das Gebiet. Hier sind 44 verschiedene Tierarten zuhause. Auch seltene Wildkatzen leben in dem Wald.

Zu DDR-Zeiten war der Urwald selbst den Menschen, die in der Umgebung lebten, unbekannt. Direkt am Wald verlief die Grenze zum damaligen Westdeutschland. Außerdem lagen zwei Truppenübungsplätze in dem Gebiet. Deswegen gingen die Menschen kaum in den Wald.

Heute ist ein Teil des Waldes ein Nationalpark. Touristen kommen nach Thüringen, um ihn zu besichtigen. Es gibt spezielle Wege, auf denen Besucher wandern können. Und wenn sie auf dem 44 Meter hohen Aussichtsturm stehen, können sie sich vorstellen, wie es in Deutschland aussah, als es noch Urwälder gab.

Glossar

Urwald, der – ein dichter Wald, den Menschen nicht landwirtschaftlich nutzen

von etwas bedeckt sein – hier: ein Gebiet ist von Wald bedeckt; d.h. hier wächst ein großer und sehr dichter Wald

Hektar, der – eine Größenangabe für Flächen

Rotbuche, die – eine Baumart mit roten Blättern

etwas ragt in den Himmel – etwas geht sehr weit nach oben; hier: hochgewachsen sein

Säule, die – ein Bauteil eines Gebäudes, oft aus Stein, das z.B. das Gewicht eines Daches trägt

Eiche, die – eine Baumart

etwas verrottet – hier: eine Pflanze löst sich auf und wird zu Erde

Moos, das – eine Pflanze, die auf feuchtem Boden oder Bäumen wächst und dort weiche, grüne Flächen bildet

Zutun, das – hier: der Einfluss durch den Menschen; die Hilfe

Laubwald, der – ein Wald, in dem nur Bäume mit Blättern und keine Bäume mit Nadeln wachsen

etwas verläuft durch etwas – etwas führt durch etwas hindurch

Wildkatze, die – eine Katze, die in der Natur lebt

DDR, die – die Deutsche Demokratische Republik; der Ostteil des von 1949 bis 1989 geteilten Deutschlands

Westdeutschland – Bezeichnung für den Westteil des geteilten Deutschlands

Truppenübungsplatz, der – ein Ort, an dem Soldaten militärische Übungen machen

Nationalpark, der – ein Gebiet, dessen Natur geschützt werden soll

etwas besichtigen – irgendwo hingehen, um sich etwas genauer anzuschauen

Aussichtsturm, der – ein hohes Gebäude, von dem man einen guten Blick auf die Umgebung hat

Fragen zum Text

Wenn ein Baum verrottet, …

1. zerfällt er und verwandelt sich in fruchtbare Erde.

2. wird er zu Stein.

3. blüht er und wächst weiter.

Was ist in Thüringen nicht entstanden?

1. ein Laubwald

2. ein Nadelwald

3. ein Urwald

In dem Nationalpark …

1. leben wilde Hunde.

2. wandern Touristen.

3. fahren Eisenbahnen.

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in dem Urwald in Thüringen. Was sehen Sie? Was hören Sie? Was riechen Sie? Schreiben Sie einen kurzen Aufsatz darüber, wie Sie sich den Wald vorstellen.

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