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Kultur

Der Terror im Bett

Schnarchen kann sehr störend sein – und soviel Krach machen wie ein Lastwagen. Aber Schnarchen ist nicht nur laut und lästig, sondern auch gefährlich: manchmal steckt hinter dem Schnarchen eine ernste Krankheit.

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Der Kampf um den gesunden Schlaf

Schlecht schlafen, gerädert aufwachen und manchmal sogar die Flucht aus dem gemeinsamen Schlafzimmer – diese Phänomene sind den meisten Schnarchern bekannt. Auf der MEDICA, der größten Messe für Medizinprodukte, wurde jetzt eine pfiffige Erfindung präsentiert, die eine Lösung für das drängende Schnarch-Problem im Schlafzimmer schaffen soll. Es handelt sich um den so genannten Schnarchstopper der Firma Petra-Electric. Das 80 Euro teure Gerät besteht aus einem Sensor, der an der Schlafzimmerwand angebracht wird und empfindlich auf Schnarchgeräusche reagiert. Fällt der Bettgenosse mal wieder ganze Wälder im Schlaf, leitet der Sensor ein Signal an eine unter dem Kopfkissen befindliche Platte. Diese Platte ruft dann – je nach eingestellter Empfindlichkeit – ein leichtes Rütteln hervor. Der schlafende Schnarcher dreht sich um und diese Veränderung bewirkt, dass das Schnarchen unterbrochen wird oder ganz aufhört.

Wie Schnarchen entsteht

Schlafzimmer Kunst London

Süßer Schlaf

Die typischen sägenden oder rasselnden Schnarchgeräusche entstehen durch die Vibration des erschlafften Schlundgewebes. Vom Schlafenden selber werden sie nur selten wahrgenommen, dafür aber von seiner Umwelt. Denn die Schnarchlaute erreichen nicht selten Lautstärken bis zu 85 Dezibel. Ein Lärmpegel, der mit dem eines Lastwagens vergleichbar ist. Für viele Paare bleibt dann nur der Ausweg, in separaten Schlafzimmern zu übernachten. In nicht wenigen Fällen steht am Ende die Trennung, weiß Antoine Aschmann, Hals-Nasen-Ohrenarzt in Mühlheim an der Ruhr. Statistisch gesehen sind zwar mehr Männer vom Phänomen Schnarchen betroffen. Ab dem 55. Lebensjahr steigt die Anzahl von Frauen unter den Schnarchern allerdings an. Die altersbedingte Abnahme der weiblichen Hormone begünstigt das Schnarchen. Ab dem 65. Lebensjahr gibt es zwischen den Geschlechtern keinen Unterschied mehr.

Ursachen des Schnarchens

Frau liegt schlafend im Bett

Schnarchen kann viele Ursachen haben. Der Grund kann zum Beispiel eine allergische Schleimhautschwellung oder aber vergrößerte Rachenmandeln sein. Daneben gibt es anatomische Ursachen, wie beispielsweise eine Fehlstellung des Kiefers oder ein zu großes Gaumenzäpfchen. Aber auch Übergewicht oder massiver Alkoholkonsum können dazu führen.

Schnarchen als Zeichen gefährlicher Schlafstörungen

Schnarcher fühlen sich morgens oft schlapp und starten wenig erholt in den Arbeitstag. Dies betrifft rund 20 Millionen Bundesbürger. Dagegen seien Leute, die gut schlafen, auch im Beruf leistungsfähiger und würden schneller befördert. Das Schnarchen kann neben der nächtlichen Ruhestörung aber auch ein Signal für gefährliche Schlafstörungen sein.

Dieses Phänomen wird als Schlafapnoe-Syndrom bezeichnet. Bei dieser Krankheit kommt es zu wiederholten Atemstillständen: Die Atmung kann bis zu zehn Sekunden aussetzen und das mehrere hundert Mal pro Nacht. Die Folgen sind massive Störungen der Schlaffunktion: Der Betroffene fühlt sich am nächsten Morgen wie gerädert. Wird sie nicht rechtzeitig therapiert, kann die Schlafapnoe, die das Herz-Kreislauf-System massiv belastet zum Schlaganfall oder zum Herzstillstand führen. In Deutschland leiden über 800.000 Menschen unter dieser Krankheit.

Tipps gegen das Schnarchen

Schlafende

Gute Nacht!

Wer allerdings aus Gewohnheit schnarcht, kann durch Verhaltensänderungen das Schnarchen bekämpfen:

  • bei Übergewicht abnehmen
  • für mehr Bewegung sorgen
  • Rauchen und Alkoholgenuss einschränken
  • beim Schlafen den Kopf nicht zu hoch betten (flacheres Kissen benutzen)
  • zu weiche Matratzen vermeiden
  • auf Durchlüftung achten
  • opulente Abendmahlzeiten vermeiden

    Beim krankhaften Schnarcher reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus – hier ist medizinische Abhilfe notwendig.

    Online-Test

    Wer testen möchte, ob sein oder ihr Schnarchen harmlos und mit ein paar Verhaltenstipps zu bekämpfen oder aber gefährlich und gesundheitsschädlich ist, kann es mittels eines Online-Tests ermitteln (siehe unten).

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