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Wissen & Umwelt

Der Supermond ist da!

All diejenigen, die einen klaren Himmel haben, können kommende Nacht einen Supermond bestaunen. Der Vollmond wird dann etwa 30.000 Kilometer näher an der Erde sein als sonst.

An diesem Montagabend kommen zwei besondere Ereignisse zusammen: Der Mond ist dann auf seiner elliptischen Umlaufbahn der Erde so nah wie es nur geht, und gleichzeitig ist Vollmond. Dann können Menschen einen sogenannten "Supermond" sehen - er wirkt ungewöhnlich groß und hell. Das letzte mal war das 1948 der Fall. 

Kleinere "Supermonde", bei denen der Vollmond der Erde schon relativ nahe kommt, sind nicht so ungewöhnlich und kommen etwa alle 14 Monate vor. Dieses Mal kommt uns unser Trabant in seiner vollen Ausstrahlung aber so nah wie selten. Erst 2034 ist es wieder so weit.

Dann ist die Oberfläche des Mondes nach Berechnungen der NASA genau 356.509 Kilometer von der Erdoberfläche (Meeresspiegel) entfernt. Und das ist genau 27.891 Kilometer näher als der durchschnittliche Abstand.

Größer, heller, besser

Wer Glück hat und einen klaren Himmel über sich, wird den Mond um etwa 14 Prozent größer wahrnehmen als gewohnt. Und der Mond ist dann auch viel heller. Das hat nicht nur mit dem Abstand zu tun, sondern auch damit, dass die Erde - und damit auch der Mond - ausgerechnet in der jetzigen Jahreszeit der Sonne etwas näher ist als üblich.

Supermond über London (Foto: Reuters/T. Melville)

In London ist der Supermond schon am Montagabend in voller Pracht zu sehen

Steht der Mond hoch am Himmel, dürfte sich der Unterschied nicht wirklich stark bemerkbar machen. Aber je dichter er über dem Horizont steht, desto deutlicher wird die Differenz für uns Menschen erkennbar. 

"Wenn man den Mondaufgang betrachtet, gibt es eine optische Täuschung, die ihn noch größer erscheinen lässt", sagt der Astronom und emeritierte Direktor des Armagh Observatoriums in Nord-Irland, Mark Bailey, gegenüber AFP.

 

Zur Dämmerung mit dem Teleobjektiv

Pascal Descamps, Astronom vom Observatorium Paris empfiehlt: "Wer den Mond fotografieren möchte, sollte versuchen, irgendein schönes Erdobjekt im Vordergrund zu wählen. Gut eignet sich dafür natürlich eine bekannte Sehenswürdigkeit, wie ein Turm oder ein Hochhaus. Und man sollte mit einigem Abstand und mit einem Teleobjektiv fotografieren - das vergrößert dann sowohl den Mond als auch das Gebäude."

Falls es am Montag gerade wolkig ist, muss man die Hoffnung nicht aufgeben. Der Supermond werde schon am Wochenende und auch noch einige Tage danach sichtbar sein, sagt Noah Petro, ein Projektwissenschaftler beim Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA.

"Ich habe den Leuten empfohlen, entweder Sonntag Abend oder auch Montag Abend rauszugehen, um den Supermond zu genießen", sagt er. "Der Unterschied im Abstand wird zwischen den beiden Tagen nur gering sein. Wenn es also am Sonntag wolkig ist, dann geht eben am Montag raus. Irgendwann nach Sonnenuntergang wäre es vermutlich gut. Weil Vollmond ist, wird der Mond etwa genau zum Sonnenuntergang aufgehen. Etwas später wird er dann schon höher am Himmel stehen. Man muss also nicht die ganze Nacht aufbleiben, um ihn zu bestaunen - es sei denn, man will das unbedingt."

Stärkere Ebbe und Flut

Neben dem Mondschein sind wohl die Gezeiten der stärkste Effekt, den der Mond auf die Erde hat. Je nachdem, wo er steht, verändert er über seine Anziehungskraft den Wasserstand der Ozeane. Da er in einer elliptischen Form um die Erde kreist, verändert sich auch die Stärke des Tidenhubs immer wieder. Ist er der Erde nah, wirken sich Ebbe und Flut stärker aus.

Der Supermond sollte also am Montag auch eine besonders starke Flut bewirken. Oft treten dann in Küstennähe auch höhere Wellen auf, weil sich durch den Wasserstand die Unterwasser-Küstenlinie etwas verändert und die ankommenden Wellen anders brechen. Für Surfer, die gerne Nachts bei Vollmond ihrem Hobby nachgehen, sollte es also perfekte Bedingungen geben. 

Keine Angst vor Erdbeben!

Kann der Supermond aber auch Naturkatastrophen begünstigen? Eher nicht: 2011 hat die NASA nach einer Prüfung die Theorie verworfen, dass ein bevorstehender Supermond Auslöser des verheerenden Erdbebens mit nachfolgendem Tsunami in Japan gewesen sein könnte.

Im gleichen Jahr erwog die britische Küstenwache allerdings die Möglichkeit, dass der Supermond durchaus etwas damit zu tun gehabt haben könne, dass damals fünf Fischerboote vor der Isle of Wight auf Grund gelaufen sind.

Aber auch diese Theorie konnte nie endgültig geklärt werden. "Die Effekte eines Supermondes auf die Erde sind gering. Selbst wenn man die detailiertesten Studien von Seismologen oder Vulkanologen heranzieht, deutet nichts darauf hin, dass die Kombination von Vollmond und der stärksten Annäherung des Mondes an die Erde irgendeinen Einfluss auf die interne Energiebilanz der Erde hat. Schließlich gibt es jeden Tag Gezeitenschwankungen", sagte Jim Garvin, leitender Wissenschaftler am Goddard Space Flight Center der NASA damals.

"Die Erde speichert eine riesige Menge interner Energie in ihrer Kruste. Geringe Veränderungen der Gezeitenkräfte durch den Mond oder die Sonne reichen nicht aus, um die größeren Kräfte, die innerhalb des Planeten [durch Plattentektonik] wirken zu überwältigen."

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