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Aktuell Amerika

"Der Sturm ist noch nicht vorbei"

Keine Ruhe nach dem Sturm: "Sandy" hinterlässt an der Ostküste der USA Chaos und Zerstörung. Mindestens 43 Menschen kamen ums Leben. Millionen Menschen waren zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten.

A rescue worker carries a boy on his back as emergency personnel rescue residents from flood waters brought on by Hurricane Sandy in Little Ferry, New Jersey October 30, 2012. Millions of people across the eastern United States awoke on Tuesday to scenes of destruction wrought by monster storm Sandy, which knocked out power to huge swathes of the nation's most densely populated region, swamped New York's subway system and submerged streets in Manhattan's financial district. REUTERS/Adam Hunger (UNITED STATES - Tags: DISASTER ENVIRONMENT)

USA Hurricane Sandy

Die Rückkehr zum Alltag wird wohl noch lange dauern: Hunderttausende Amerikaner sind ohne Heim. Schon jetzt gilt der Sturm, der in abgeschwächter Form seinen Weg ins Landesinnere fortgesetzt hat, als einer der zerstörerischsten in der US-Geschichte. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von dem vielleicht schlimmsten Sturm, den die Region jemals hatte.

Stromausfall in der New Yorker Skyline (Foto: Reuters)

750.000 New Yorker saßen im Dunkeln

Peitschender Wind und Wassermassen, die in Sturzbächen über Straßen flossen: "Sandy" war am Montagabend (Ortszeit) nahe Atlantic City im Bundesstaat New Jersey auf die dicht besiedelte Ostküste getroffen und hatte dort für schwere Überschwemmungen gesorgt. Beinahe viereinhalb Meter hoch war die Flutwelle, die den Süden Manhattans überspülte. 

Mindestens 43 Menschen getötet

Mittlerweile steigt die Zahl der Todesopfer, die "Sandy" gefordert hat, weiter an: Bisher kamen in den USA mindestens 43 Menschen durch den Sturm ums Leben. Die meisten Opfer wurden durch umstürzende Bäumen und Äste getroffen, oder sie kamen mit herunterhängenden Stromkabeln in Berührung. Allein in der Millionenmetropole New York starben nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg 18 Menschen. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen wird, da die Such- und Rettungsaktionen noch andauern.

Video ansehen 01:08

Milliardenschaden durch Sturm Sandy

"Sandy" bringt alles zum Erliegen

In New York, der Stadt die eigentlich nie schläft, lähmte "Sandy" das Leben der Bewohner. Überall standen Straßen unter Wasser. Auch die Tunnel der New Yorker U-Bahn wurden überschwemmt, sodass der Betrieb eingestellt werden musste. Die Verkehrsbetriebe sprachen von der schwersten Zerstörung in der über 100-jährigen Geschichte der Bahn. Auch die Wall Street blieb den zweiten Tag in Folge geschlossen.

Mit dem Sturm kam die Dunkelheit: So erging es mehr als 8,2 Millionen Menschen in insgesamt 18 Bundesstaaten, wie das US-Energieministerium mitteilte, denn bei ihnen fiel der Strom aus. Am schlimmsten traf es die Bewohner des Bundesstaats New Jersey, hier waren 2,5 Millionen Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Im Bundesstaat New York waren es zwei Millionen Menschen, davon 750.000 in New York City. Und sie könnten noch länger im Dunkeln sitzen: Nach Schätzungen einer Elektrizitätsgesellschaft könnte es Tage oder gar eine ganze Woche dauern, bis die Haushalte wieder ans Netz angeschlossen würden.

Gleich mehrere Atomkraftwerke in den Bundesstaaten New Jersey und New York mussten durch die Folgen des Wirbelsturms in der Nacht zum Dienstag vom Netz genommen werden. "Sandy" hätte bei der internen Stromversorgung für Probleme gesorgt, so die Betreiber. Der älteste Reaktor im Land war bereits vor der Ankunft des Sturmes vorsorglich abgeschaltet worden.

Ein Mann sitzt im Dunkeln und serviert Essen (Foto: EPA)

Mehr als 8 Millionen Menschen waren von der Stromversorgung abgeschnitten

Der Präsident als Krisenmanager

Präsident Obama warnte angesichts des Abflauens von "Sandy" vor Sorglosigkeit: "Der Sturm ist noch nicht vorbei", sagte er bei einem Besuch in der Zentrale des Roten Kreuzes in Washington. Der Wirbelsturm hatte auch den persönlichen Terminkalender des Präsidenten durcheinandergeworfen. Im Endspurt vor den Präsidentschaftswahlen am 6. November musste Obama wichtige Termine und Veranstaltungen absagen, genauso sein Herausforderer, der Republikaner Mitt Romney.

Aber der Präsident hatte schnell die Rolle des Krisenmanagers eingenommen: "Sie können mich persönlich im Weißen Haus anrufen", sicherte er den Gouverneuren der am stärksten von den Sturm betroffenen Bundesstaaten zu und erntete sogleich unerwartetes Lob vom gegnerischen Lager: Der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, würdigte den US-Präsidenten ausdrücklich für dessen Krisenmanagement. Zuvor hatte Obama Teile der Bundesstaaten New York und New Jersey zu Katastrophengebieten erklärt. Damit gab er zusätzliche Hilfsgelder für die betroffenen Regionen frei.

Schäden in Milliardenhöhe

Fest steht: "Sandys" Schäden werden die USA noch viel Geld kosten: Das auf Risikoanalysen spezialisierte Unternehmen Eqecat schätzt dabei mit einer Summe von 30 bis 50 Milliarden Dollar.

"Sandy" ist inzwischen in Richtung Kanada weitergezogen. Auf dem Weg dorthin bekam auch die Metropole Chicago im US-Bundesstaat Illinois den Sturm zu spüren. Am Lake Michigan peitschte der Wirbelsturm hohe Wellen über das Ufer.

Nach dem Chaos durch den Hurrikan soll der Betrieb am New Yorker Flughafen John F. Kennedy an diesem Mittwoch eingeschränkt wieder aufgenommen werden. Auch am Newark International Airport in New Jersey sollen wieder Maschinen starten.

vf/ml (dpa/dapd/afp)

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