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Fußball

Der Spieltag der Vorentscheidungen

Wird Schalke wieder nur Meister der Herzen oder könnte das köngsblaue Märchen wahr werden? Am 29. Spieltag können die Schalker im Topspiel gegen die Bayern ihre Tabellenführung ausbauen. Spannung auch im Abstiegskampf.

Co-Trainer Seppo Eichkorn (v-l), Trainer Felix Magath und Konditionstrainer Werner Leuthard zeigen am Samstag (13.05.2006) den Fans die Meisterschale vom Balkon des Rathauses in München. Der FC Bayern München wurde zum 20. Mal Deutscher Fußballmeister (Foto: dpa)

Wer wird Meister? Bayern oder Magath mit Schalke?

Es ist nicht nur einfach die Partie des Ersten gegen den Zweiten. Wenn an diesem Samstag (03.04.2010) auf Schalke das Spiel angepfiffen wird, geht es nicht nur um das Prestige. Es geht den Schalkern um Revanche. Zum einen für das DFB-Pokal-Aus im Halbfinale gegen die Bayern in der letzten Woche. Und dann gibt es noch den wohl schmerzlichsten Moment der Vereinsgeschichte: Der 34. Spieltag 2001, als Schalke gefühlter Meister war - für wenige Minuten. Doch dann kam der indirekte Freistoß der Bayern und der Rekordmeister nutzte die Chance in dieser allerletzten Minute. Die Gelsenkirchener Fans stürzten in nur einem Moment von höchster Glückseligkeit in tiefste Trauer, und Schalke war fortan "Meister der Herzen".

Ein weiblicher Fans von Schalke 04 trauert nach dem Spiel gegen Unterhaching. Schalke gewann zwar mit 5:3, doch da Bayern München in Hamburg in letzter Sekunde ein 1:1 gelang, ist Bayern einmal mehr Deutscher Meister (Foto: AP)

Schmerzliche Momente 2001

Die Revanche ist überfällig, finden die Schalker. Sie haben es selbst in der Hand: Bei einem Sieg wäre S04 den Bayern bereits mit fünf Punkten davongeeilt – und damit dem größten königsblauen Traum wieder ein Stückchen näher: Der ersten Meisterschaft nach 52 Jahren. "Die Fans sind optimistisch, der ein oder andere träumt schon", weiß Schalke-Trainer Felix Magath. "Dafür spielen wir ja, damit die Fans Hoffnungen und Erwartungen haben dürfen." Schalke kann in Bestbesetzung und mit dem Top-Torjäger der Liga, Kevin Kuranyi (17 Tore), auflaufen. Aber auch die Bayern können wieder auf alle Stars, also auch auf Arjen Robben, zurückgreifen. Nach dem Last-Minute-Hinspielsieg in der Champions League gegen Manchester United ist der deutsche Rekordmeister noch in allen drei Wettbewerben vertreten. Noch. "Es ist das Schlüsselspiel der Saison", sagt Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. "Und da möchten wir bestehen."

Hertha glaubt an ein Wunder

Der Trainer des Fullball-Bundesligisten Hertha BSC, Friedhelm Funkel, während einer Pressekonferenz in der Hertha-Geschäftsstelle in Berlin. Der 55-Jährige erhält beim Tabellen-Letzten nach Angaben von Sport- und Geschäftsführer Michael Preetz (r) einen Vertrag bis zum Saisonende, der sich im Fall des Klassenerhaltes um eine weitere Saison verlängert (Foto: dpa)

Funkel und Preetz glauben an das Wunder von Berlin

Nicht nur im Titelrennen, auch im Abstiegskampf wird es hoch spannend am 29. Spieltag. Für Schlusslicht Hertha BSC wird die Partie beim 1. FC Köln ebenfalls zu einem Schlüsselspiel. Mit nur 19 Punkten auf dem Konto bei noch sechs Spielen muss Berlin unbedingt gewinnen, um weiter hoffen zu können. "Egal wie, wir wollen das Wunder erzwingen", sagt Hertha-Manager Michael Preetz. Auch Aufsteiger SC Freiburg hofft weiter auf den Klassenerhalt. Der Drittletzte will den 14. VfL Bochum wieder mit in den Abstiegskampf hineinziehen. "Wir haben die Chance, aus dem Vierkampf um den Klassenerhalt einen Fünfkampf zu machen", glaubt Freiburgs Kapitän Heiko Butscher, dessen Mannschaft bei einem Sieg punktgleich mit Bochum wäre.

Auch der 1. FC Nürnberg ist mitten drin im Abstiegskampf, hat aber mit 25 Punkten auf dem 15. Platz noch die beste Ausgangsposition. Gegner FSV Mainz 05 hat zwar mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun, ist aber mit nur sieben Punkten das schlechteste Auswärtsteam der Liga.

Der Kampf um Europas Fußballbühne

Torschütze Stefan Kießling jubelt über seinen Treffer (Foto: dpa)

Kießling ist wieder fit und will zurück an die Spitze der Torjägerliste

Für Bayer Leverkusen geht es nach den wochenlangen Meisterträumen mittlerweile nur noch um einen Champions-League-Platz, behauptet zumindest Stefan Kießling. "Das Wichtigste ist, Platz drei zu halten. Alles andere wäre ein Zubrot." Leverkusens Nationalstürmer kann nach auskuriertem Faserriss im Oberschenkel endlich wieder auf Torjagd gehen. Nach zwei Pleiten in Folge trifft die Werkself auf die starke Frankfurter Eintracht, welche die letzten zwei Spiele gewonnen hat.

Um die Startplätze für die Europa League geht es bei der Partie zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen. Der BVB ist im Aufwind: Die Dortmunder holten zuletzt zehn von möglichen zwölf Punkten und haben in den letzten sechs Spielen kein Tor in der ersten Halbzeit kassiert. Das liegt den Bremern allerdings ganz gut: Sie sind mit acht Treffern die beste Elf der letzten fünf Minuten, dabei feierten sie zuletzt drei Siege in Folge. Der Tabellen-Fünfte will unbedingt an Dortmund vorbei auf Platz vier stürmen. Auch der VfB Stuttgart hofft noch auf die Europa League, muss dazu aber möglichst gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen. Der abwanderungswillige VfB-Stürmer Cacau ist gesperrt, Spielmacher Alexander Hleb fällt verletzt aus. Gladbachs Trainer Michael Frontzeck kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er als Spieler Deutscher Meister wurde.

Am Sonntag spielt noch der VfL Wolfsburg gegen 1899 Hoffenheim und im Nordderby treffen der Hamburger SV und Hannover 96 aufeinander.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Arnulf Boettcher

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