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Wissen & Umwelt

Der späte Vogel: Kuckuck obdachlos

Einem der bekanntesten deutschen Vögel geht der Platz zum Nisten aus. Und wer ist schuld daran? Der Klimawandel natürlich - wenn auch eher indirekt. Nun heißt es: Genau hinhören, wenn der Kuckuck ruft.

Der Kuckuck, der den Winter in Afrika verbringt, hat ein Zeitproblem. Denn wenn er heute nach Europa oder Asien heimkehrt, findet er nur noch schwer ein warmes Plätzchen in den Nestern der anderen Vögel, um seine Eier abzulegen. Es ist alles ausgebucht…

Die meisten seiner gefiederten Verwandten sind - aufgrund des Klimawandels - mit ihrer Eiablage schon früher dran. Nur der Kuckuck beharrt auf seinem Zeitplan.

"Die Termine sind eng aufeinander abgestimmt, das Zeitfenster für den Kuckuck ist klein", sagt Berthold Langenhorst, Sprecher des hessischen Landesverbandes des Naturschutzbundes (NABU) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Normalerweise nutzt der Kuckuck die Nester von relativ kleinen Vögeln, wie Teichrohrsängern, Zaunkönigen oder Bachstelzen - als seine Wirtsvögel bezeichnet - denen er seine Eier zum Ausbrüten unterjubelt.

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Ohren auf!

Verpasst er deren erste Brut, bleibt nur die Hoffnung auf ein zweites Brüten der Vögel später im Jahr.

Von dem Vogel des Jahres 2008, zu dem der NABU den Kuckuck auserkoren hatte, gibt es heute noch schätzungsweise 25 bis 100 Millionen Exemplare. Er steht auf der "Vornwarnliste" zur Roten Liste.

Um zu erfahren, ob und wie sich Kuckucke an den Klimawandeln anpassen, ruft der Nabu dazu auf, die ersten Rufe im Frühling zu melden. Entweder per Email (Kuckuck@NABU-Hessen.de) oder über www.kuckuck-hessen.de.

Derzeit gebe es noch keine Berichte über die typischen Rufe des grauen Vogels. Im vergangenen Jahr habe es die ersten Meldungen bereits Anfang April gegeben.

cd/hf/fs (dpa)

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