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Sport

Der Ski-Held von Lillehammer

Markus Wasmeier ist einer der erfolgreichsten deutschen Skirennläufer. Seine größte Stunde schlug bei den Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer. Am 23. Februar 1994 gewann er dort im Riesenslalom sein zweites Gold.

Markus Wasmeier beim Riesenslalom

In Lillehammer krönte Markus Wasmeier seine Karriere

Zunächst sah es überhaupt nicht danach aus, als sollte Markus Wasmeier bei den Olympischen Spielen von Lillehammer auch nur in die Nähe des Treppchens fahren. In der Abfahrt wurde er nur 36. Über drei Sekunden betrug sein Rückstand auf Olympiasieger Tommy Moe aus den USA.

"Ich hatte oben schon das Gefühl verspielt zu haben", sagte ein enttäuschter Markus Wasmeier nach dem Rennen. "Es war von oben bis unten ein richtig verhauener Lauf."

Comeback im Super G

Markus Wasmeier schaut ungläubig

Enttäuschter Markus Wasmeier nach der Abfahrt

Wasmeiers Kritiker fühlten sich bestätigt. Im Weltcup hatte er nur durchwachsene Leistungen gezeigt, dazu war er schon bei den Olympischen Spielen 1988 und 1992 jeweils als Favorit gescheitert, wenn es darauf ankam. Doch nur vier Tage später sah die Welt ganz anders aus. Im Super-G gelang Wasmeier ein beeindruckendes Comeback.

Trotz eines Fahrfehlers im unteren Streckenabschnitt holte Wasmeier Gold vor Abfahrts-Olympiasieger Tommy Moe und dem Norweger Kjetil Andre Aamodt. Gerade einmal acht Hundertstelsekunden machten den Unterschied. Es war das erste Olympische Gold seiner Karriere.

Zweiter Streich im Riesenslalom

jubelnd reißt Markus Wasmeier seine Ski empor

Zweites Gold: Wasmeier jubelt

Doch die Markus-Wasmeier-Festspiele von Lillehammer waren noch nicht vorbei. Als Wasmeier am 23. Februar 1994 nach dem olympischen Riesenslalom seine Ski abgeschnallt hatte, begrüßte ihn sein Vater Günther im Ziel lachend mit den Worten: "Ja, sag mal: Spinnst Du?"

Eine durchaus berechtigte Frage, denn soeben hatte Sohn Markus seine zweite Goldmedaille gewonnen. Und das ausgerechnet im Riesenslalom. 1985 in Bormio war Wasmeier Riesenslalom-Weltmeister geworden. Doch seitdem konnte er kein einziges Rennen in dieser Disziplin mehr gewinnen. Dennoch brachte er in Lillehammer einen guten ersten und einen noch besseren zweiten Lauf auf die Piste.

Als Dritter des ersten Durchgangs rettete er einen Vorsprung von 0,25 Sekunden ins Ziel. Vom dort musste er beobachten, wie zunächst der Schweizer Urs Kälin an seiner Bestzeit scheiterte. Schließlich ging der Österreicher Christian Mayer – Führender nach Durchgang eins – als Letzter auf die Strecke. Mayer machte Fehler, und es reichte: Zweites Gold innerhalb von sechs Tagen für Markus Wasmeier. Die Krönung einer langen und erfolgreichen Karriere.

Aufhören, wenn es am schönsten ist

Markus Wasmeier bei der Siegerehrung mit Goldmedaille

Markus Wasmeier am Ziel: Siegerehrung in Lillehammer

"Das ist noch unglaublicher als im Super G", staunte Wasmeier selbst. "Weil ich damit noch weniger gerechnet habe. Das ist mein dritter Frühling." Ausgekostet hat er diesen dritten Frühling auf der Skipiste aber nicht mehr. Nach Lillehammer fuhr Markus Wasmeier noch ein paar Weltcuprennen und beendete am Ende der Saison seine aktive Laufbahn.

Einige Monate vor den Spielen war er Vater geworden. Fortan sollte die Familie die Hauptrolle spielen: "Ich habe auch etwas anderes kennengelernt im Leben, nicht nur, dass der Sport ein wichtiger und großer Punkt ist", sagte Markus Wasmeier schon direkt nach seinem zweiten Sieg in Lillehammer. "Es ist einfach ein Erlebnis, meinen Sohn aufwachsen zu sehen. Die Goldmedaillen waren das I-Tüpfelchen. Jetzt ist mein Glück perfekt."

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