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Sport

Der Schleier bei den Olympischen Spielen

Sie dürfen nach London! Erstmals nehmen saudi-arabische Sportlerinnen an den Olympischen Spielen teil. Allerdings müssen sie sich an bestimmte Vorgaben ihres Landes halten.

Egal, ob sie eine Medaille holen oder nicht, fest steht: Sie werden Geschichte schreiben. Die 800 m-Läuferin Sarah Attar und die Judoka Seraj Abdulrahim Sharkani sind die ersten Athletinnen, die für Saudi-Arabien bei Olympia an den Start gehen. "Es ist eine große Inspiration, an den Olympischen Spielen teilzunehmen und es ist eine große Ehre. Ich hoffe, dass es den Frauen dort wirklich weiterhilft, mehr in den Sport involviert zu sein.", sagte die 17-jährige Läuferin Attar beim Training im kalifornischen San Diego.

Zusage nach langen Verhandlungen

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Novum: Saudische Sportlerinnen bei Olympia

Die Teilnahme der saudischen Sportlerinnen nannte Ilse Ridder-Melchers, Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), einen "Meilenstein für die Gleichberechtigung in der Geschichte der Olympischen Spiele".

Dass Saudi-Arabien zweieinhalb Wochen vor Beginn der Spiele die beiden Frauen nominierte, ist das Ergebnis langer Verhandlungen zwischen dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dem Ölstaat. IOC-Präsident Jacques Rogge kann die Zusage der Saudis 14 Monate vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit als persönlichen Erfolg verbuchen. Zu Beginn seiner Präsidentschaft im Jahre 2001 hatte er angekündigt, sich für die olympische Gleichberechtigung einsetzen zu wollen.

Das ist ihm in den vergangenen Jahren gelungen: Während bei den Spielen 1984 in Los Angeles nur 23 Prozent der teilnehmenden Athleten Frauen waren, lag der Frauenanteil 2008 in Peking bei 43 Prozent.

In London steigt die Frauenquote nun gar auf 45 Prozent an. Insgesamt starten 4800 Athletinnen in der britischen Hauptstadt - so viele Frauen wie noch nie in der Geschichte der Olympischen Spiele. Nachdem in diesem Jahr auch beim Boxen Frauen teilnehmen, gibt es keine olympische Disziplin mehr ohne weibliche Vertreterinnen.

Erstmals entsenden alle Nationen Frauen

Saudi-Arabien, Katar und Brunei waren bis zu diesem Jahr die einzigen Nationen, deren weibliche Sportlerinnen noch nie an Olympischen Spielen teilgenommen hatten. Katar und Brunei hatten bereits vor einigen Monaten Teilnehmerinnen für London nominiert. Die Leichtathletin Maziah Mahusin wird Brunei vertreten, für Katar starten die Schwimmerin Nada Arkaji, Noor Al-Malki (Leichtathletik), Aya Magdy (Tischtennis) und Bahiya Al-Hamad (Schießen). Al-Hamad wird außerdem bei der Eröffnungszeremonie die Fahne für ihr Land tragen.

Die saudischen Frauen müssen an dem Wettkampf allerdings unter etwas anderen Bedingungen teilnehmen als die meisten ihrer Sportskolleginnen. Sie dürfen sich nicht mit Männern umgeben, ein männlicher Vormund muss sie begleiten und sie müssen “angemessene“ Kleidung tragen.

nem/fab (dpa, sid, afp)

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