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Afrika

Der "Schlächter von Afrika" ist tot

Der Exdiktator von Uganda, Idi Amin, ist am Samstag (16.08.2003) im Alter von vermutlich 80 Jahren in einem Krankenhaus im saudi-arabischen Exil gestorben. Amin galt als Inbegriff afrikanischer Gewaltherrschaft.

Seiner achtjährigen Amtszeit fielen in Uganda mehrere hunderttausend Menschen zum Opfer. Idi Amin, der sich selbst "Dada" nannte (Großer Vater), trieb das einst blühende Land in den wirtschaftlichen Ruin. Uganda, von den früheren britischen Kolonialherren "Perle Afrikas" genannt, wurde zum Symbol für Tod, Gewalt und Zerstörung. So geht der bullige Amin, der frühere Schwergewichtsboxer, als "Schlächter von Afrika" in die Geschichte ein. Seit 1979 lebte er im Exil - zunächst in Libyen, dann im Irak, zuletzt in Saudi-Arabien.

Als der Sohn eines Bauern, dessen Geburtsjahr mit 1924, 1925 oder auch 1928 angegeben wird, im Februar 1971 die Macht ergriff, begann eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Afrikas. Der Westen hatte den Putsch Idi Amins gegen Milton Obote zuerst mit Erleichterung aufgenommen. Großbritannien und Israel, das Amin zum Fallschirmjäger ausgebildet hatte, erkannten das Regime sofort an. Aber schon bald zeigte Amin sein wahres Gesicht. Hohe Offiziere, Richter und Intellektuelle "verschwanden". Er ließ ganze Dörfer, die Obote unterstützt hatten, dem Erdboden gleichmachen und die Bewohner massakrieren. Um an libysche Rüstungsgelder zu kommen, wies er die Israelis aus und verherrlichte die Gräueltaten der deutschen Nazis an den Juden.

Krokodile und "König von Schottland"

Idi Amin p178

Idi Amin im siebten Regierungsjahr (1978)

Der Diktator hatte zeitweise vier Frauen, die Zahl seiner Kinder wird auf 20 bis 25 geschätzt. Amin, ein Analphabet, hielt sich an der Macht, weil der Westen unverdrossen mit Uganda Handel trieb, die Sowjetunion ihm Waffen verkaufte und Libyen seine Soldaten ausbildete. Die Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) wählte ihn 1975 gar zu ihrem Präsidenten. Manchen Afrikanern hatte imponiert, wie furchtlos Amin mit den Weißen und den indischen Händlern umgegangen war. In Kampala lebende Briten mussten vor Amin niederknien, die 70.000 Inder das Land ganz verlassen. Die Ausweisung der Inder versetzte Ugandas Wirtschaft einen Schlag, von dem das Land sich bis heute nicht ganz erholt hat.

Idi Amin war bekannt für seine Grausamkeit und Extravaganzen. Wie viele Exekutionen er angeordnet habe, wisse Amin vermutlich selber nicht, sagte sein früherer Gesundheitsminister Henry Kyemba einmal. Leichen wurden in den Nil den Krokodilen zum Fraß geworfen, weil nicht schnell genug die nötigen Gräber geschaufelt werden konnten. Amin bot sich unter anderem aber auch als König von Schottland an und forderte den Präsidenten von Tansania zu einem Boxkampf auf. Bei einem OAU-Gipfel sprang er mit einem Pyjama bekleidet in einen Hotel-Pool. Dem damaligen US-Präsidenten Richard Nixon wünschte er eine "rasche Genesung von Watergate".

Amin ging - der Schrecken blieb

Im Oktober 1978 gab Amin den Befehl zur Invasion Tansanias. Er wollte damit die Risse innerhalb seines Militärs kitten, leitete aber das Ende seines Regimes ein. Tansanische Truppen nahmen in einer Gegenoffensive Kampala ein. Amin flüchtete. Der Schrecken aber blieb zunächst. Denn unter Obote, der 1980 ein zweites Mal an die Macht kam, wurden erneut Hunderttausende von Ugandern massakriert. Die Obote-Regierung war zu schwach, die zerfallende Armee, die Stammesmilizen und die plündernden Soldaten unter Kontrolle zu halten.

Auf Amin folgte offener Bürgerkrieg. Die Leiden Ugandas hatten erst ein Ende, als der Guerillachef Yoweri Museveni 1986 mit seinen Rebellen in Kampala einmarschierte und die Macht übernahm. Inzwischen gilt das Land mit seinem rapiden Wirtschaftswachstum als ein Hoffnungsträger in Afrika.

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