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Top-Thema – Podcast

Der Schicksalstag der Deutschen

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Doch der 9. November, der als einer der wichtigsten Tage der deutschen Geschichte gilt, erinnert auch an Schreckliches – die Verbrechen der Nationalsozialisten.‎‎

Der Fall der Berliner Mauer war ein Ereignis, das am 9. November 1989 die Welt veränderte. Ein Jahr später wurden Ost- und Westdeutschland nach 41 Jahren der Teilung wiedervereinigt. Mit dem Verschwinden der zweiten Diktatur auf deutschem Boden, mit dem Ende der DDR, war der Ost-West-Konflikt beendet. Doch nicht nur der 9. November 1989 war ein schicksalhafter Tag für Deutschland und Europa: In der deutschen Geschichte war der 9. November gleich mehrmals ein wichtiges Datum.

Im Jahr 1918 rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann von einem Balkon des Berliner Reichstags die Weimarer Republik aus. Hiermit war die Monarchie unter Kaiser Wilhelm II. beendet. Doch die junge Demokratie in Deutschland hatte es schwer: Am 9. November 1923 marschierten in München Nationalsozialisten auf die Feldherrnhalle zu. Anführer war Adolf Hitler, der zehn Jahre später die Macht in Deutschland übernahm und die Welt in ihre größte Katastrophe stürzte: den Zweiten Weltkrieg.

Ab 1933 wurden die Juden in Deutschland immer weiter entrechtet, um ab 1942 systematisch vernichtet zu werden. Doch schon vor Beginn des Zweiten Weltkriegs brannten im Deutschen Reich am 9. November 1938 die Synagogen. Durch diesen Pogrom starben hunderte Juden, etwa 30.000 wurden in Konzentrationslager verschleppt. Der 9. November 1938 ist in der Reihe der schicksalhaften Tage das grausamste Datum. Ein größerer Unterschied zum 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls, ist kaum vorstellbar.


Glossar

Schicksal, das – so, dass etwas eine große Bedeutung für das ganze Leben hat

etwas gilt als etwas – etwas wird von vielen Leuten als etwas angesehen

Nationalsozialisten, die – die Mitglieder der nationalsozialistischen Partei Adolf Hitlers

wiedervereinigt – hier: so, dass aus zwei Staaten einer wird

Diktatur, die – eine Form der Herrschaft, bei der wenige Menschen die absolute Macht haben

DDR, die – Abkürzung für: Deutsche Demokratische Republik (1949-1990)

Sozialdemokrat, der – Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)

etwas ausrufen – hier: mitteilen, dass etwas existiert; etwas verkünden

Weimarer Republik, die – hier: die erste deutsche Republik (1919–1933)

Monarchie, die – eine Staatsform, in der ein König oder Kaiser herrscht

marschieren – militärisch laufen

jemanden in eine Katastrophe stürzen –sehr vielen Menschen mit etwas schaden

jemanden entrechten – jemandem seine Rechte nehmen (z.B. Bürgerrechte)

systematisch – sorgfältig; nach einem genauen Plan organisiert

vernichten – hier: ermorden

Synagoge, die – das jüdische Gotteshaus

Konzentrationslager, das – ein Lager, in dem die Nationalsozialisten sehr viele Menschen gefangen hielten und ermordeten

jemanden verschleppen – jemanden gegen seinen Willen fortbringen

Pogrom, das – das gewaltsame Vorgehen gegen religiöse und ethnische Minderheiten


Fragen zum Text

1. Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 …
a) teilte Deutschland in die BRD und die DDR.
b) bedeutete das Ende der Monarchie in Deutschland.
c) beendete den Ost-West-Konflikt.

2. Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann …
a) rief 1918 die Republik aus.
b) marschierte 1923 auf München zu.
c) übernahm 1933 die Macht in Deutschland.

3. Während der Pogrome 1938 …
a) brannte der Berliner Reichstag.
b) begann der Zweite Weltkrieg.
c) wurden Juden ermordet und verschleppt.

4. Ein Staat, in dem es nur einen Herrscher gibt, ist keine …
a) Diktatur.
b) Republik.
c) Monarchie.

5. In welchem Satz kann "etwas ausrufen" nicht im Sinne von "etwas verkünden" verwendet werden?
a) 1918 wurde in Deutschland die Republik ausgerufen.
b) Der Präsident rief sofort den Notstand aus.
c) Weil er seinen Sohn nicht finden konnte, ließ er ihn ausrufen.


Arbeitsauftrag
Kennen Sie jemanden, der den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 miterlebt hat? Führen Sie ein kurzes Interview mit ihm. Fragen Sie zum Beispiel, wie er den Mauerfall erlebte (Fernsehen, Radio, Zeitung) oder was er dabei fühlte.

Autor: Marcel Fürstenau/Lukas Völkel

Redaktion: Raphaela Häuser

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