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Fußball

Der Salto-König geht

Miroslav Klose beendet seine Nationalmannschaftskarriere. Nach mehr als 13 Jahren im DFB-Team ist es ein ganz besonderer Abschied. Nicht nur seine obligatorischen Jubel-Saltos bleiben in Erinnerung.

Im WM-Stadion von Fortaleza präsentierte ihn Miroslav Klose zum letzten Mal im Dress des DFB: seinen berühmten Torjubel-Salto. Es war die 71. Minute im WM-Vorrundenspiel gegen Ghana: Benedikt Höwedes verlängerte einen Eckball per Kopf auf den langen Pfosten, wo der kurz zuvor eingewechselte Klose den Ball aus kurzer Entfernung zum 2:2-Endstand über die Linie drückte. Der 36-jährige Oldie feierte seinen

15. Treffer bei einer WM

und seinen 70. im Nationaltrikot mit seinem obligatorischen Salto. Der wichtige eine Punkt war gerettet und Klose meinte nach der Partie: "In 20 WM-Spielen 15 Kisten, das ist nicht so schlecht. Wie lange ich den Salto nicht mehr gemacht habe, weiß ich gar nicht."

Bundestrainer Joachim Löw (l.) und Stürmer Miroslav Klose (r.) sitzen auf der Bank neben dem Spielfeld (Foto: Martin Rose/Getty Images)

Löw (l.) konnte sich auf Kloses Treffsicherheit verlassen

Ein Treffer sollte Klose in seiner Nationalmannschaftskarriere noch vergönnt sein, einer, der ihm den Platz in den Geschichtsbüchern sichern sollte: Beim

7:1-Torfestival

der deutschen Elf im WM-Halbfinale gegen Brasilien sorgte der Stürmer für das wichtige 2:0 - dabei allerdings verzichtete er auf seinen Salto. Kurz rutschte Klose jubelnd auf den Knien, dann streckte er den Zeigefinger in den Himmel Belo Horizontes. "Bei meinem Tor habe ich einen Schlag bekommen, da war ich nicht in der Lage, einen Salto zu machen", gab er später bescheiden zu Protokoll. Dennoch, das Historische war vollbracht:

Mit nun 16 WM-Toren

ist er der erfolgreichste Goalgetter der Fußball-Geschichte.

"Das ist eine überragende Leistung von ihm. Ausgerechnet im Gastgeberland gegen Brasilien. Für ihn freut es mich wahnsinnig", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach dem Finaleinzug. Ausgerechnet einem Brasilianer nahm Klose den Rekord weg: Ronaldo hat 15 Treffer erzielt.

Rücktritt auf dem Höhepunkt

Nach 24 WM-Partien, insgesamt 137 Länderspielen und 71 Treffern beendete der Rekord-Torjäger nun seine großartige Karriere in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf dem absoluten Höhepunkt. 29 Tage nach dem WM-Triumph von Rio verkündete Klose als Weltmeister wenig überraschend seine Entscheidung, dem Bundestrainer künftig nicht mehr zur Verfügung zu stehen. "Mit dem Titel in Brasilien hat sich für mich ein Kindheitstraum erfüllt. Für mich kann es keinen schöneren Zeitpunkt geben, um das Kapitel Nationalmannschaft zu beschließen", sagte Klose zu seinem Abschied.

Miroslav Klose mit seinen beiden Söhnen und dem WM-Pokal (Foto: Andreas Gebert/dpa)

Gemeinsame Freude über den Gewinn des WM-Pokals

Über 13 Jahre spielte und traf der gebürtige Pole für Deutschland. Sein erstes Länderspiel bestritt Klose am 24. März 2001 in Leverkusen gegen Albanien. Er wurde in der 73. Spielminute für Oliver Neuville eingewechselt, in der 88. Spielminute erzielte er den 2:1-Siegtreffer. Er war bei vier Welt- und Europameisterschaften im Einsatz. Mehr Länderspiele bestritt nur Lothar Matthäus (150). Mit seinen 71 Toren für den DFB setzte sich Klose noch vor den legendären Gerd Müller, der es auf 68 Treffer brachte. "Der Erfolg des Teams stand und steht für mich immer an oberster Stelle. Mit der Nationalmannschaft habe ich unser großes Ziel erreicht, ein Ziel, das wir gemeinsam mit dem Team hatten", sagte Klose.

Bei der SG Blaubach-Diedelkopf in der Pfalz hatte er einst das Fußball-Einmaleins erlernt. Dann ging es zum FC Homburg, wo er erst im Alter von 21 Jahren von Kaiserslautern entdeckt wurde. Es war ein Weg, der in heutigen Zeiten mit Fußball-Internaten und Nachwuchs-Leistungszentren kaum mehr denkbar ist. Über den FCK, Werder Bremen und Bayern München führte ihn sein Weg im Juli 2011 schließlich zu Lazio Rom, wo er im kommenden Sommer wohl endgültig seine Laufbahn beenden wird. Danach will der zweifache Vater mit seiner Familie nach München zurückkehren. Klose plant eine Karriere als Trainer.

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