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Wirtschaft

Der Rubel rollt in den Keller

Der Ölpreis verfällt und der Rubel tut es ihm nach. Die russische Landeswährung schiebt sich von einem Tief zum nächsten. Wirtschaft und Bevölkerung in Russland leiden darunter.

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Rubel rollt in den Keller

Der Rubel verfällt immer mehr. Am Mittwoch erreichte die russische Währung ein Rekordtief. Für einen Dollar musste man mehr als 80 Rubel bezahlen. Allein seit Jahresbeginn ist der Rubelwert im Vergleich zum Dollar um sieben Prozent gefallen. Im Vergleich ist ein Rubel jetzt kaum mehr als einen Euro-Cent wert. Zum Euro hat der Rubel seit Mitte 2014die Hälfte seines Werts verloren.

Zu diesem Zeitpunkt begann der noch heute andauernde Rückgang der Öl-Preise. Russland ist ein wichtiges Öl-Förderland: Mehr als die Hälfte der Einnahmen des russischen Staates gehen auf den Energiesektor zurück. Händler sagten denn auch, der Einbruch beim Rubel ginge auf den Verfall der Ölpreise zurück. Der Preis für US-Rohöl lag am Mittwoch auf dem tiefsten Stand seit über zwölf Jahren. Auch das Nordsee-Öl Brent verbilligte sich weiter.

Wechselstube in Moskau

Wechselstube in Moskau. Auch die Inflation im Lande steigt..

Auch an den Aktienmärkten in Russland ging es am Mittwoch weiter abwärts. An der Moskauer Moskauer Börse verlor der Leitindex RTS zeitweise mehr als vier Prozent auf 631 Zähler. "Für russische Kapitalanlagen ist nichts Positives in Sicht", sagte Analyst Nicholas Spiro vom Beratungshaus Spiro Sovereign Strategy.

Riesiges Haushaltsloch

Durch den Preisrutsch beim Öl droht russischen Regierungsangaben zufolge eine Haushaltslücke von umgerechnet 36 Milliarden Euro. Weil ihre Einnahmen infolge des Ölpreisverfalls deutlich eingebrochen sind, will die Regierung in Moskau einen Teil des Ölkonzerns Rosneft verkaufen. "Wir müssen nun eine Entscheidung treffen, woher wir das Geld nehmen", hatte Finanzminister Anton Siluanow am Samstag angekündigt. 19,5 Prozent von Rosneft sollten verkauft werden, so Siluanow.

Armenspeisung in Moskau Schlangestehen

Schlange stehen bei der Armenspeisung in Moskau

Die Regierung wolle durch die Privatisierung von Staatsunternehmen rund eine Billion Rubel, das sind umgerechnet mehr als 11 Milliarden Euro, einnehmen. Im Haushalt 2016 ging die Regierung von einem Ölpreis von 50 Dollar je Barrel aus. Der liegt aber derzeit eher bei 28 Dollar. Bleibe es bei dieser Differenz, würde das Land mehr als drei Billionen Rubel weniger einnehmen als geplant, sagte der Minister aus.

Die Bevölkerung in Russland leidet inzwischen besonders unter den Problemen. Die Zahl der Armen hat sich laut Statistikamt Im vergangenen Jahr um zwei Millionen erhöht. Die Wirtschaft schrumpfte in dieser Zeit um fast vier Prozent, die Inflation stieg auf 13 Prozent - schlechter lief es nur in der Krise von 2008.

ar/zdh (dpa, rtr, afp –Archiv)

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