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Afrika

Der Papst und die Kondome

2009 hatte der Papst ausgerechnet auf dem Weg nach Afrika gesagt, Kondome könnten das AIDS-Problem nicht lösen. Jetzt scheint er seine Meinung geändert zu haben. Eine Zeitenwende im Vatikan? Stimmen aus Kamerun.

Kondom

Durchbruch in der Kondomfrage?

Es wird getuschelt und diskutiert, nach der katholischen Mittagsmesse in Kameruns Hafenstadt Douala. Von einer kleinen Revolution ist die Rede, nach den jüngsten Äußerungen des Papstes, Kondome könnten durch Geschlechtsverkehr übertragene Krankheiten verhindern. Zurückhaltende Anerkennung auf Seiten der Gläubigen: Die katholische Kirche entwickele sich, sie bewege sich langsam, heißt es da. Es dürfe nicht nur um Enthaltsamkeit gehen, die Kirche müsse endlich sagen, wie sie über den Schutz der Gesundheit denkt. Da habe der Papst nun endlich etwas gewagt, das sei eine gute Sache.

Konservative Kirchenmänner

Papst mit Geistlichen in Kamerun (Bild: AP)

Viele afrikanische Geistliche stehen hinter dem Papst

In vielen Teilen Afrikas - und auch in Kamerun - halten die zum großen Teil erzkonservativen Kardinäle und Bischöfe mindestens genauso wenig von Kondomen wie der Vatikan. Und sie wissen, dass die Bevölkerung in großen Teilen genauso denkt. Die strenge Haltung des Kirchenoberhaupts im fernen Rom wird durchaus geschätzt - denn der Gummi habe bei der Empfängnisverhütung nichts verloren. Und Sex habe einzig und allein etwas mit Fortpflanzung zu tun.

Samuel Keida, der Erzbischof von Douala, bleibt daher gelassen - und ist überzeugt, dass der Papst da gerade weder eine Rolle rückwärts vollzieht, noch der Benutzung von Kondomen das Wort redet. Und aus dem Munde von Abbé Koum von der Kathedrale "Peter und Paul" in Douala heißt es ganz deutlich: Kondome sind gegen die Natur. "Die Kirche akzeptiert keine Kondome und wird es niemals tun," sagt Abbé. "Sie verhindern die natürliche Fortpflanzung des Menschen. Kondome haben in der katholischen Kirche einfach keinen Platz."

Sobald wird sich also in der Kondomfrage nichts ändern, wenn der Papst seinen afrikanischen Hirten und Schäfchen nicht viel deutlicher sagt, was er tatsächlich meint. Bislang ist nur die Verwirrung größer geworden.

Autor: Alexander Göbel
Redaktion: Christine Harjes

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