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Aktuelles

Der Papst und der Patriarch

Letzter Tag des Papst-Besuchs in der Türkei. Für Franziskus ist es auch ein Tag der Begegnung mit Vertretern und Gläubigen anderer Religionen. Und es ist ein Treffen von reformorientierten Kirchenführern.

Zum Abschluss seines Türkei-Besuchs hat der Papst mit dem Patriarchen Bartholomäus das orthodoxe Andreasfest gefeiert. Die beiden Kirchenführer nahmen am Sonntagmorgen in der Patriarchatskirche St. Georg in Istanbul gemeinsam an der Liturgie teil, die eine wichtige Rolle in der orthodoxen Kirche spielt. Der Patriarch gilt als Nachfolger des Apostels Andreas.

Überwindung der Kirchenspaltung

Franziskus und der Vorsitzende von weltweit 300 Millionen Orthodoxen haben sich seit dem Amtsantritt von Franziskus bereits mehrmals getroffen, um die Überwindung der seit fast 1000 Jahren andauernden Kirchenspaltung voranzutreiben.

Bartholomäus, der Patriarch von Konstantinopel (Istanbul), gilt als reformorientierter und offener Kirchenmann. Der 74-jährige orthodoxe Glaubensführer tritt für den Dialog mit dem Islam ein und engagiert sich für die Ökumene, also das Miteinander der christlichen Kirchen. Immer wieder fordert er zudem Verbesserungen für die etwas mehr als 100 000 türkischen Christen. Einst war der Patriarch von Konstantinopel unbestrittener Führer der orthodoxen Christenheit. Der seit 1991 amtierende Bartholomäus ist heute nur noch das direkte Oberhaupt von einigen tausend griechisch-orthodoxen Gläubigen. Amtsgewalt über die anderen orthodoxen Kirchen besitzt er nicht. Die weltweit rund 300 Millionen Orthodoxen, die etwa einem Dutzend Kirchen angehören, billigen ihm lediglich den Ehrentitel "Erster unter Gleichen" zu.

Den letzten Tag seines Türkei-Aufenthaltes begonnen hatte Papst Franziskus zusammen mit dem türkischen Großrabbiner Ishak Haleva. Auch Papst Benedikt XVI. war bei seinem Besuch in der Türkei 2006 dem jüdischen Oberrabbiner begegnet. Franziskus feierte vor dem Treffen am Sonntag in der päpstlichen Repräsentanz in Istanbul eine private Heilige Messe. Kurz vor seinem Abflug am Nachmittag will das Oberhaupt der katholischen Kirche noch junge Menschen aus Flüchtlingsfamilien treffen.

ml/wl (dpa, KNA)