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Kultur

Der Papst kommt ins Kino

Anfang Dezember startet in den italienischen Kinos eine Filmbiografie über Papst Franziskus. Es ist nicht das einzige aktuelle Filmprojekt: In Deutschland plant ausgerechnet ein Frauenschwarm einen Papst-Film.

"Nennt mich Franziskus - der Volkspapst", so heißt in freier Übersetzung der italienische Film, der am 3.12. in den Kinos in Rom, Florenz und Mailand zu sehen sein wird. Einen offiziellen deutschen Titel gibt es noch nicht. Außerhalb Italiens wird der Papst-Film auch erst im kommenden Frühjahr in die Kinos kommen - und zwar am dritten Jahrestag der Papstwahl (13. März).

Inszeniert wurde "Il papa della gente" von Daniel Luchetti, einem der wichtigsten Regisseure des zeitgenössischen italienischen Kinos. Man darf also nicht unbedingt eine unkritische Huldigung an das Kirchenoberhaupt erwarten. Luchetti hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit fein gezeichneten filmischen Gesellschaftsporträts gemacht.

Im Kino: der argentinische Papst

Papst Bischofssynode Vatikan (Foto: REUTERS/Alessandro Bianchi)

Papst Franziskus inmitten seiner Bischöfe

Der Argentinier Rodrigo de la Serna ist in die Rolle seines Landsmanns, des Papstes Franziskus, geschlüpft. Der Film schildert die Jahre, bevor Jorge Mario Bergoglio zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wurde. In den 1970er und 1980er Jahren nahm der spätere Papst als Jesuitenpriester eine kritische Haltung zur Militärdiktatur in seiner Heimat ein.

Demnächst: der Papst als Serienstar

Der Film über Franziskus ist nur einer unter mehreren Film- und TV-Projekten, die derzeit über verschiedene Päpste geplant sind oder fertiggestellt wurden. Seit September läuft in argentinischen und spanischen Kinos "Francisco - El Padre Jorge" von Regisseur Beda Docampo Feijóo: Auch das ein Film, der das Leben des jungen argentinischen Geistlichen bis zu seinem Amtsantritt im Vatikan nachzeichnet.

Filmstill The Young Pope (Foto: Sky, HBO, Wildside)

Ein erster Blick auf das HBO-Projekt "The Young Pope" mit Jude Law

Luchettis Landsmann, Oscarpreisträger Paolo Sorrentino, hat gerade die achtteilige Mini-Serie "Il giovane papa" fertiggestellt. Sie soll im kommenden Jahr zunächst in Italien und in den USA zu sehen sein. Unter Federführung des serienerprobten US-Senders HBO (und in Co-Produktion mit Sky und Canal+) schildert der Mehrteiler unter dem Titel "The Young Pope" das Leben des fiktiven Papstes Pius VIII. Niemand geringeres als Hollywood-Star Jude Law mimt in dem aufwendigen Fernsehmehrteiler den Papst. An seiner Seite zu sehen sind weitere prominente Akteure wie Diane Keaton und Ludivine Sagnier.

Der Papst als Filmcharakter

Der Papst in Kino und Fernsehen - das ist so ungewöhnlich nicht. Schon vor Jahrzehnten widmeten sich vornehmlich europäische Regisseure dem Thema. 1965 war es Ermanno Olmi, der mit "Es kam ein Mensch: Auf den Spuren von Johannes XXIII." den Papst als Charakter für das Kino mitentdeckte. Ausgerechnet Hollywood-Haudegen Rod Steiger schlüpfte damals in die Rolle des Kirchenoberhaupts. In jünger Zeit war Nanni Morettis Epos "Ein Papst büxt aus" (2011) bemerkenswert - vor allem weil der große Michel Piccoli einen dienstmüden, öffentlichkeitsscheuen Papst zum Besten gab.

Johanna Wokalek als Päpstin (Foto: Constantin Filmbverleih)

Eine Frau als "Päpstin": Sönke Wortmann dreht mit Johanna Wokalek

In Deutschland schickte Sönke Wortmann vor sechs Jahren mit Johanna Wokalek in "Die Päpstin" eine Frau ins Rennen. Drei Jahre später ließ Marcus H. Rosenmüller mit "Wer‘s glaubt, wird selig" den Österreicher Nikolaus Paryla als Papst Innozenz XIV. agieren. Wie in vielen anderen Filmen auch taucht der Papst dort nur in einer prägnanten Nebenrolle auf.

Der Papst und der Holocaust

Papst-Filme bewegen sich heutzutage öfters auch in seichteren Filmgenres. Das Leben des obersten Katholiken dient den Regisseuren inzwischen nicht nur als Grundlage für Dramen und grüblerische Spielfilme - wie noch im Jahre 2002, als der griechisch-französische Regisseur Constantin Costa-Gavras ein heißes Eisen anpackte. Der auf Polit-Dramen spezialisierte Filmemacher ("Z") bearbeitete das skandalumwitterte Theaterstück "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth fürs Kino und zeigte, wie wenig sich die katholische Kirche gegen den Holocaust stemmte. In der Rolle von Papstes Pius XII.: der Rumäne Marcel Iureș.

Kassenträchtiger deutscher Star nimmt sich des katholischen Oberhauptes an

Deutscher Filmpreis 2013 Matthias Schweighöfer (Foto: Jörg Carstensen/dpa)

Matthias Schweighöfer

Ausdrücklich nicht auf komödiantischem Terrain will sich Matthias Schweighöfer mit seinem nächsten Filmprojekt bewegen. Der - neben Til Schweiger und Bully Herbig - derzeit kassenträchtigste deutsche Schauspieler und Regisseur plant das Leben des "deutschen Papstes" Benedikt XVI. zu verfilmen. Eine erst im kommenden Jahr erscheinende Biografie mit dem Titel "Pontifex" soll als Grundlage für den Kinofilm dienen. Autor des Buches ist der Biograf und Journalist Peter Seewald, der schon mehrere Bücher über Joseph Ratzinger geschrieben hat.

Schweighöfer als Papst - nicht ausgeschlossen

Wer dann die Rolle von Papst Benedikt XVI. verkörpern wird, ist noch nicht bekannt. Matthias Schweighöfer selbst scheint ein wenig jung zu sein für die Rolle - doch die Maskenbildner haben in der Geschichte der Papstverfilmungen schon so einiges hingekriegt . Undenkbar wäre es also nicht, wenn dem deutschen Kinopublikum demnächst Teenie-Schwarm Schweighöfer in weißer Papst-Robe erscheint.

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