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Europa

Der neue Blair soll Brown heißen

Nach dem Rücktritt beginnt das Rennen um die Nachfolge: Tony Blair hat dabei erstmals eine Kandidatur von Gordon Brown für seine Nachfolge als Premier und Labour-Vorsitzenden offiziell unterstützt.

Der alte und der neue Premier? Quelle: AP

Der alte und der neue Premier?

"Ich bin absolut erfreut, Gordon meine volle Unterstützung als nächstem Vorsitzenden der Labour-Partei und Premierminister zu geben", sagte der scheidende britische Premier Tony Blair in Downing Street (11.5.) bei einer Pressekonferenz mit dem irakischen Präsidenten Talabani. Er hatte am Donnerstag seinen Rücktritt nach zehnjähriger Amtszeit zum 27. Juni angekündigt.

Blair würdigte insbesondere Browns wirtschaftspolitische Erfolge: Mit seinem beispielhaften Management der Wirtschaft habe der Schatzkanzler gezeigt, dass er die nötige Stärke, das Urteilsvermögen und die Erfahrung habe, um ihn einen großartigen Premierminister werden zu lassen. "Ich weiß, dass er die Modernisierung des Landes vorantreiben will, um den Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts zu begegnen."

"Nicht nur besser, sondern gerechter"

Da will er rein: Gordon Brown vor Downing Streeet 10. Quelle: AP

Da will er rein: Gordon Brown vor Downing Streeet 10

Der britische Schatzkanzler Gordon Brown meldete am Freitag seinen Anspruch auf die Nachfolge von Tony Blair als Labour-Vorsitzender und Premierminister an. Er wolle das Vereinigte Königreich "nicht nur zu einem besseren, sondern auch zu einem viel gerechteren Land" machen, erklärte dessen Wahlkampfleiter, der frühere Außenminister Jack Straw.

Brown werde den Labour-Mitgliedern die Vorstellungen über seine Strategie als Premierminister in der nun beginnenden sechswöchigen Wahlkampagne erläutern, sagte Straw. Seine Ziele als Premierminister werde er noch an diesem Freitag in einer Rede über "Vision und Werte" vor Labour-Aktivisten in London darlegen.

Straw betonte, dass Gegenkandidaten willkommen seien. Zuvor hatten aber alle einigermaßen aussichtsreichen Anwärter in der Labour-Partei zu Gunsten Browns auf eine Kandidatur verzichtet, so dass dessen Wahl als sicher gilt. Zwei potenzielle Kandidaten des linken Labour-Flügels, die jedoch nur wenig Unterstützung in der Partei haben, wollen sich am Montag äußern.

Dank für Blair, den "Helden"

Talabani würdigte Blair als "Helden" und dankte ihm für den britischen Militäreinsatz im Irak. Bei seinem kurzfristig nach der Rücktrittserklärung Blairs am Vortag angekündigten Besuch sagte Talabani: "Wir sehen Sie als einen der Helden an, die 27 Millionen Iraker befreit haben." Nach Meinungsumfragen glaubt die Mehrheit der Briten, dass die Teilnahme am Irak-Krieg der schwerste Fehler der Blair-Ära war. (sams)

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