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Amerika

Der neue, alte Mann

Am Montag (16.8.) tritt Leonel Fernandez sein Amt als Präsident der Dominikanischen Republik an. Ein Amt, das ihm als Ex-Präsidenten nicht unbekannt ist.

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Verspricht Vertrauen:
Leonel Fernández

Die Dominikanische Republik, beliebtes Urlaubsziel für jährlich drei Millionen Europäer und Nordamerikaner, erlebt schwere Zeiten. Als Hipólito Mejía von der "Revolutionären Demokratischen Partei" (PRD) vor vier Jahren Präsident wurde, verzeichnete der Karibikstaat noch ein Wirtschaftswachstum von mehr als sieben Prozent. Doch aus dem Boom-Land wurde in kurzer Zeit eines der Schlusslichter Lateinamerikas.

Fernández: ein Schönwetterpräsident?

Verständlich, dass die Dominikaner ihren alten Präsidenten wieder haben wollten: Leonel Fernández. Der Jurist mit neoliberalen Ideen, der für die moderate "Dominikanische Befreiungspartei" (PLD) antritt, regierte das Land, das sich mit Haiti die Karibikinsel Hispaniola teilt, schon von 1996 bis 2000. Damals wuchs die Wirtschaft um rund acht Prozent pro Jahr.

Der ehemalige und nun auch zukünftige Präsident Fernández verspricht eine Sanierung des Staatshaushaltes und eine Wiederherstellung des Vertrauens. Dann würden die Fluchtgelder aus dem Ausland zurückkehren, die Zinsen sinken und die Wirtschaft wieder wachsen, sagt Fernández. Die meisten Unternehmer unterstützen ihn. Allerdings sind etliche Beobachter der Meinung, dass Fernández ein Schönwetterpräsident war, der von der guten internationalen Konjunktur profitierte.

Dominikaner sind optimistisch - der IWF ebenfalls

Derzeit schrumpft die Wirtschaft jährlich um ein Prozent. Der Peso verlor zwei Drittel seines Wertes, dafür explodieren die Preise: Die Inflation liegt bei über 40 Prozent.

Dominikanische Republik Strand von Las Galeras

Die Dominikanische Republik: ein beliebtes Urlaubsziel

Tatsache ist, dass Mejía, der immer als "Mann des Volkes" galt, an der heutigen Krise nicht alleine schuld ist. Beispielsweise hatte die Bankenpleite, die das Land 2003 aus dem Gleichgewicht brachte und eine enorme Kapitalflucht zur Folge hatte, ihre Wurzeln in den 1990er Jahren. Ebenso unbestritten ist, dass Fernández seinem Nachfolger ein hohes Haushaltsdefizit hinterlassen hat.

Die Dominikaner sind trotz Korruption, Gewalt und Wirtschaftsprobleme optimistisch, dass das 8,5-Millionen Land sich im kommenden Jahr wieder erholt, nicht zuletzt mit Hilfe des Tourismus. Das prophezeit auch der Internationale Währungsfonds, der - unabhängig vom Wahlausgang - Kredite zugesagt hat. Denn die feinen Strände, die kolonialen Bauten und die Trekkingpfade locken nach wie vor viele Besucher an - Präsident hin oder her.

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