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Wirtschaft

Der neue alte Handwerkspräsident

Zum dritten Mal ist Otto Kentzler als Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks wieder gewählt worden. Er ist Repräsentant von rund 965.000 Unternehmen mit fast fünf Millionen Beschäftigten.

ZDH-Präsident Otto Kentzler (Foto: ZDH)

Otto Kentzler, oberster Vetreter der Handwerkszunft

Otto Kentzler ist eine stattliche Erscheinung. Wenn der 69jährige ein Zimmer betritt, dann schafft der fast zwei Meter große Mann allein mit seiner bloßen Präsenz Respekt. Sein Händedruck ist fest und zupackend. Es fällt leicht, sich vorzustellen, dass Kentzler auch im Kanzleramt oder in anderen Politikerrunden, auf Wirtschaftstreffen im In- und Ausland seinen Verband und dessen Belange entsprechend vertritt: "Wenn man neben VW oder auch neben Telekom sitzt in den Gesprächsrunden, dann mag man vielleicht das Gefühl haben, man ist etwas gedrückt, weil da die großen Player sitzen. Aber ich glaube, die großen Player sind erstaunt, was Handwerk alles leistet", sagt Kentzler. Das Handwerk habe mittlerweile nicht nur in Deutschland eine große Bedeutung, sondern in ganz Europa. Mittelstand und Handwerk seien in den Mittelpunkt der Politik gerückt.

Das Handwerk ist unparteiisch

Otto Kenzler mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, ZDF-Moderator Nobert Lehmann, und Grünen-Vorsitzendem Cem Özdemir (Foto: ZDH)

Der Handwerkspräsident stets im Kontakt mit Politikern und Medienvertretern

Kentzler ist kein Widersacher oder Zweifler in politischen Entscheidungsrunden, sondern einer, der praktische Erfahrungen einbringt und mithilft Lösungen zu finden: "Ich möchte einfach auch in der Politik klar machen, dass Handwerk nicht eine Partei ist." Man müsse versuchen, bei den einzelnen Parteien für Verständnis zu werben, sagt Kentzler: "Da muss man auch seine Argumente nach vorne bringen und nicht sein Fähnchen in den Wind hängen, nur weil eine Partei jetzt einmal vielleicht andere Ideen hat."

Der gelernte Klempner, studierte Maschinenbauer und Chef des Dachverbands aller Meister und Gesellen in Deutschland, führt selbst ein mittelständisches Unternehmen. Es ist die 1872 in Dortmund gegründete Dachdeckerfirma Kentzler. Und so weiß er eben auch aus Erfahrung, dass das Krisenjahr 2009 nicht spurlos am Handwerk vorrübergegangen ist. So haben beispielsweise die Autozulieferer den wirtschaftlichen Abschwung ziemlich zu spüren bekommen, sagt Kentzler. Zahlreiche Arbeitsplätze seien verloren gegangen. Die Politik habe aber in dieser Zeit gute Beschlüsse gefasst. Denn das Kurzarbeitergeld und die staatlichen Konjunkturpakete seien die richtige Unterstützung zur richtigen Zeit gewesen.

Motivation wird groß geschrieben

Kentzler will motivieren und das Handwerk in Deutschland präsentieren. Das ist ihm beispielsweise mit der jüngsten Kampagne gelungen. Auf zahlreichen großen Plakatwänden und in bundesweit geschalteten Anzeigen erntete die Zunft in diesem Jahr viel Aufmerksamkeit. So lautete ein Slogan beispielsweise: "Am Anfang waren Himmel und Erde. Den ganzen Rest haben wir gemacht". Kentzler betont: Das Handwerk ist eine "Wirtschaftsmacht" – "eine Wirtschaftsmacht von nebenan", fügt er hinzu: "Das ist ja auch das, was wir wollen. Wir wollen uns ja bekannt machen bei den Menschen in der Region." Schließlich gehöre das Handwerk zum alltäglichen Leben. Denn in jeder Stadt, in jedem Dorf und in fast jeder Straße gebe es Bäcker, Metzger, Installateure oder Dachdecker.

Autor: Monika Lohmüller

Redaktion: Klaus Ulrich