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Sport

Der nächste Skandal

Der FIFA-Kongress ist zu Ende, die negativen Schlagzeilen gehen weiter. Südafrika räumt laut einem Medienbericht ein, eine Sonderzahlung getätigt zu haben - aber Bestechung sei das nicht, argumentiert der Verbandschef.

Danny Jordaan, Präsident des südafrikanischen Fußball-Verbandes SAFA, hat die im Zuge der Korruptionsermittlungen gegen Funktionäre des Weltverbandes FIFA aufgetauchte Zahlung von zehn Millionen US-Dollar (9,1 Millionen Euro) bestätigt. Es sei aber kein Bestechungsgeld gewesen, sagte Jordaan der Zeitung "Sunday Independent".

Am Montag äußerte sich der südafrikanische Sportminister Fikile Mbalulaund und wies die Bestechungsvorwürfe erneut vehement zurück. Bei den Anschuldigungen handele es sich um "Lügen und "Propaganda", die darauf abzielten, den guten Ruf Südafrikas zu zerstören, hieß es in einer Mitteilung Mbalulas. Es seien keine Steuergelder verwendet worden, um von der FIFA den Zuschlag für die WM zu erhalten. Südafrika sei wütend über die Anklage der amerikanischen Justizbehörden, die versuchten, die Regierung in Pretoria als korrupt darzustellen, zitierte die Online-Nachrichtenseite "Eyewitness News" den Minister.

Die Summe war nach der Ernennung Südafrikas zum WM-Ausrichter für das Jahr 2010 geflossen. Laut Jordaan (damals Chef des Organisationskomitees) an Verbände in Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik zur Förderung der dortigen Fußball-Entwicklung. Präsident der betroffenen Konföderation CONCACAF war zu dieser Zeit der von den US-Behörden angeklagte Jack Warner. Überwiesen worden waren die zehn Millionen Dollar direkt über die FIFA im Rahmen der Gelder, die für die WM-Ausrichtung gezahlt wurden.

Übergabe einer Aktentasche

Präsident der Südafrikanische Fussballverband Danny Jordaan

In der Kritik: Jordaan

"Ich habe niemals Bestechungsgelder gezahlt oder angenommen", sagte Jordaan. Die Entscheidung für Südafrika fiel 2004, das Geld wurde laut Jordaan 2008 überwiesen. "Wie hätten wir denn mit einer vier Jahre später gezahlten Summe bestechen sollen?" Am Mittwoch hatte US-Justizministerin Loretta Lynch erklärt, im Zuge der Vergabe sei es zu Schmiergeldzahlungen gekommen. Laut US-Anklageschrift zahlten südafrikanische Offizielle mehr als zehn Millionen Dollar und übergaben eine Aktentasche mit Banknoten im Wert von 10.000 Dollar in Paris. Ein "wesentlicher Teil" dieser Gelder soll an den ehemaligen FIFA-Vizepräsidenten Warner (Trinidad und Tobago) geflossen sein. Ein Dokument enthülle, dass Warner Beziehungen zu südafrikanischen Fußball-Offiziellen pflegte.

Warner hatte sich nach den von den USA beantragten Festnahmen mehrerer seiner Ex-Funktionärskollegen vor dem FIFA-Kongress in Zürich in seiner Heimat der Polizei gestellt. Gegen eine Kaution von umgerechnet 360.000 Euro konnte der frühere Ticket- und Fernsehrechtehändler das Gefängnis wieder verlassen. Über Warners Auslieferung an die USA, wo ihm die Justiz Betrug und Geldwäsche zur Last legt, soll voraussichtlich im Juli eine Entscheidung fallen.

sw/tk (dpa, sid)

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