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Deutschland

Der Motivator: Guido Westerwelle

Guido Westerwelle stellt sich gern als Prototyp des jung-dynamischen Erfolgspolitikers dar. Auch im Wahlkampf will er Aufmerksamkeit erregen und tourt mit einem knallgelben Wohnmobil durch die Bundesrepublik.

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Unterwegs im Guidomobil: FDP-Chef Westerwelle

Das Guidomobil: Der Wahlkampfbus des FDP-Chefs ist Programm. Das knallgelbe "Guidomobil" mit blauem Schriftzug soll Profil und Ziel des Vorsitzenden verdeutlichen: Politisch mobil will der Namensgeber des Fahrzeugs sein und 18 Prozent der Wähler will er erreichen. Dafür lässt sich der erste Kanzlerkandidat seiner Partei dann auch gerne für sechs Wochen durch Deutschland fahren. Schließlich hat der 41-jährige Rechtsanwalt aus Bad Honnef noch viel vor.

Politische Bilderbuch-Karriere

Gleich nach dem Abitur tritt Guido Westerwelle 1980 in die FDP ein, steigt dort schnell auf und avanciert zum Chef der Jugendorganisation der Partei. 1994 steigt der frisch promovierte Dr. jur. dann zum Generalsekretär seiner Partei auf. Mit programmatischem Ehrgeiz und Themen wie der doppelten Staatsbürgerschaft, der Förderung neuer Technologien und Steuersenkungen will er die FDP als eigenständige, fortschrittsorientierte Partei positionieren.

Im Bundestag 1998 geht Westerwelle mit seinem Konzept der konstruktiven Opposition auf Distanz zur CDU. Parteiintern setzt er seine Ambitionen auf den Parteivorsitz hartnäckig durch. Der durch Druck von Westerwelle erzwungene Verzicht des damaligen Vorsitzenden Wolfgang Gerhardt im Mai 2001 müsse als Meisterstück in Westerwelles Karriere betrachtet werden, kommentierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Ein Jahr später gelingt ihm dann der ganz große Coup: Mit nur zwei Gegenstimmen schickt die FDP mit Westerwelle erstmals in ihrer Geschichte einen eigenen Kanzlerkandidaten ins Rennen.

Big Brother und Beach-Volleyball

Westerwelle - stets Dauergast in Talkshows - versucht bewusst, sein Image als jugendlicher Erneuerer multimedial zu verbreiten. Zwar musste er für seinen Besuch in der umstrittenen-TV-Show "Big-Brother" des Privatsenders RTL herbe Kritik einstecken.

Gleichwohl beherrschte Westerwelle einen Tag lang die Schlagzeilen der Boulevard-Presse und konnte seinem Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung einen kräftigen Schub verleihen. Auch im Wahlkampf sind aus der Kommandozentrale im "Guidomobil" wieder einige schlagzeilenträchtige Aktionen zu erwarten: Denn bereits jetzt hat die FDP den Tour-Bus ihres Chefs vollmundig zum Kultobjekt erklärt.

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