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Wirtschaft

Der Mittelstand entdeckt China

Immer mehr Unternehmen aus dem Westen wagen den Schritt nach China. Mittlerweile gründen auch zunehmend deutsche Mittelständler Tochterfirmen im Reich der Mitte, denn die Wachstumsperspektiven scheinen unendlich.

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Auf dem chinesischen Markt wollen alle Geld verdienen

Von Stagnation ist in China keine Rede. Die Wirtschaft boomt. Für hiesige Verhältnisse traumhafte Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent verzeichnet das Riesenland mit seinen 1,2 Milliarden Menschen. Deutschland will dabei nicht außen vor stehen: Von den rund 53 Milliarden Euro an ausländischen Direktinvestitionen kamen 2002 1,4 Milliarden aus der Bundesrepublik - damit ist Deutschland wichtigster europäischer Investor. Auf Einladung des Magazins "Wirtschaftswoche" treffen sich rund 250 Teilnehmer aus beiden Ländern in Berlin (22. bis 24.10.2003), um Bilanz zu ziehen.

Verlängerte Werkbänke

In jüngster Zeit kommen Mittelständische Unternehmen nach China. Noch vor wenigen Jahren waren es vor allem die großen Industriekonzerne, die sich in China engagierten - zumeist in Form eines Joint Venture, einem Zusammenschluss mit einem chinesischen Staatsbetrieb. So begann das dortige Wirtschaftswunder. Mit verlängerten Werkbänken für Billigprodukte, die dann wieder in den reichen Industriestaaten Absatz fanden. Heute engagiert sich die Deutsche Wirtschaft wegen des chinesischen Marktes selbst in dem Land. Und die Chinesen sind vor allem am Know-how interessiert.

Ähnliche Werte

30.000 Chinesen studieren in Deutschland, umgekehrt finden nur sehr wenige Deutsche den Weg nach Asien. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte, die Lloyd Xing Hong einfallen. Er kommt von der Brilliance Automotive Holding - und hat ansonsten nur Positives über Deutschland zu berichten: "Deutschland hat sehr kompetente Hersteller, gute Produkte und ein sehr gutes Ingenieurswesens. Und all das braucht China. Wir fangen ja erst richtig an." Seine Erfahrungen sind bislang gut: "Wenn ich mit deutschen Firmen zu tun habe, dann merke ich: Wir haben keine großen kulturellen Probleme. Es gibt viele Werte, die wir teilen. Ehrlichkeit etwa - oder den Willen, die Dinge wirklich gut zu machen. Und: Ein Versprechen ist ein Versprechen."

85 Prozent der Investitionen fließen immer noch an Chinas Ostküste, nach Schanghai oder nach Peking. Der ärmere, ländliche Westen bleibt unterversorgt, die sozialen Unterschiede sind gewaltig. 5000 Mitarbeiter beschäftigt die Metro-Gruppe in China, 18 Großhandelsmärkte betreibt das Unternehmen - mit einem regional sehr verschiedenen Sortiment.

Ein höheres Qualitätsniveau

Für Hans-Joachim Körber, den Vorstandschef von Metro, ist das eines der großen Probleme. China sei ein Kontinent, kein Land, wer flächendeckend tätig sein wolle, müsse stark variieren. Rund 600 Millionen Euro setzt Metro in China um, das ist etwas mehr als ein Prozent des Gesamtumsatzes. Zehn Prozent in ganz Asien will Metro bis 2010 schaffen. "Ein Ergebnis der Öffnung auch für ausländische Handelsunternehmen ist, dass die Qualität der inländischen Anbieter deutlich besser geworden ist. Was wieder einmal zeigt: Wenn Wettbewerb da ist, führt er insgesamt zu einer besseren Versorgung der Bevölkerung, in der Regel auch zu günstigeren Preisen. Und zu einem höheren Qualitätsniveau."

Die Vollversammlung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei des Landes hat sich jüngst erstmals mit dem heiklen Punkt befasst, ob das Privateigentum in der Verfassung geschützt werden soll. Nach wie vor ist es ausländischen Firmen nicht möglich, Grundstücke in China zu kaufen. Aber trotz solcher Probleme ist China ein immer wichtigerer Markt.

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