1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wort der Woche

Der Mauerspecht

Es gab sehr viele von ihnen – und sie gehörten zu einer besonderen Gattung. Eins aber ist sicher: Vögel waren es nicht.

Audio anhören 01:57

Der Mauerspecht

Die Population der Mauerspechte breitete sich in Berlin Ende der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre rasant aus. Ihre Zeit war kurz und intensiv, denn heute gilt die Art bereits als ausgestorben. Spechte sind Vögel, die mit ihren Schnäbeln Löcher in Bäume hacken. Mauerspechte hatten es auf Mauern abgesehen. Genauer gesagt auf die Berliner Mauer. Wer sich darunter jetzt einen Vogel vorstellt, liegt falsch: Mauerspechte waren Menschen. Die ersten sah man bereits am Abend des 9. November 1989, der Tag, an dem die Berliner Mauer geöffnet wurde. Die Mauerspechte begannen, Teile aus der Betonmauer herauszuklopfen, die mehr als 28 Jahre den Ost- und den Westteil Berlins voneinander getrennt hatte. Mancher Mauerspecht behielt sein Mauerteil als Erinnerungsstück, mancher verkaufte es. Noch heute kann man in Souvenirläden kleine Mauerstückchen an Schlüsselanhängern oder zum Hinstellen kaufen. Wer noch eins haben will, muss sich nicht beeilen. Der Vorrat reicht für die nächsten 100 Jahre.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads