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Fußball

Der Mann für Tore und Glamour

Die neue Fußball-Attraktion in Deutschland heißt Ruud van Nistelrooy. Der Niederländer, der von Real Madrid zum Hamburger SV gewechselt ist, soll auch der an Stars armen Bundesliga Glanz verleihen.

Der neue HSV-Stürmer Ruud van Nistelrooy und HSV-Clubchef Bernd Hoffmann halten das Trikot des Spielers mit der Nummer 22 hoch (Foto: AP)

Ruud van Nistelrooy (r.) mit HSV-Chef Bernd Hoffmann

Er kam im Privatjet und stieg in einem Grandhotel ab. Ruud van Nistelrooy, der neue Stürmerstar des Hamburger SV, soll nicht nur Tore schießen, sondern auch Fußball-Glamour an die Alster bringen. Noch hat der Name des Niederländers im europäischen Fußball einen guten Klang. "Van, the man" haben die Engländer van Nistelrooy einst ehrfürchtig genannt. Seine Trefferquote ist legendär: 62 Tore in 67 Spielen für seinen niederländischen Heimatverein PSV Eindhoven, 95 Tore in 150 Spielen für Manchester United, 64 Tore in 97 Spielen für Real Madrid. Als einzigem Stürmer gelang ihm damit das Kunststück, gleich in drei europäischen Top-Ligen Torschützenkönig zu werden.

Van Nistelrooy verabschiedet sich bei einem Spiel von Real Madrid bei den Fans; die Spieler applaudieren (Foto: AP)

Spieler und Fans von Real Madrid feierten van Nistelrooy bei dessen Abschied von den "Königlichen"

Wetten auf den Torjäger

"Wir wollten eine besondere Qualität zum HSV holen", schwärmt Clubchef Bernd Hoffmann. "Die beste aller Optionen hat funktioniert." Und auch HSV-Idol Uwe Seeler ist begeistert: "Er hat die richtige Nase für Tore. Er ist ein Vollstrecker, ein Weltklasse-Stürmer." Van Nistelrooy kommt ablösefrei, aber nicht zum Nulltarif: Bis zu sechs Millionen Euro soll der Superstar bis Mitte 2011 beim HSV verdienen. Die Euphorie über den spektakulären Neuzugang der Hamburger hat sogar die Wettbüros erreicht. Dort kann bereits Geld darauf gesetzt werden, dass van Nistelrooy in der nächsten Saison auch die Torjägerkrone in der Bundesliga gewinnt.

Geht Ribéry?

Die Bayern-Spieler Ribery und Robben bejubeln einen Treffer (Foto: AP)

"Rib & Rob"- die Bayern-Stars Ribéry (l.) und Robben

"Jeder Superstar tut der Bundesliga gut", kommentiert Dieter Hecking, Trainer des 1. FC Nürnberg, den Coup der Hamburger auf dem Transfermarkt. Schließlich sind die großen Namen in der Liga dünn gesät. Weltmeister Luca Toni hat Bayern München verlassen und ist wieder nach Italien zurückgekehrt. Bleiben eigentlich nur der Niederländer Arjen Robben und der Franzose Franck Ribéry, beide in Diensten der Bayern. Wobei Robben als extrem verletzungsanfällig gilt und auch Ribéry in der Hinrunde drei Monate lang aussetzen musste. Zudem halten sich hartnäckig Gerüchte, dass der Franzose gerne der Bundesliga den Rücken kehren würde.

Fragezeichen hinter Fitness

Van Nistelrooy erzielt im EM-Halbfinale 2004 einen Treffer gegen Portugal (Foto: AP)

Stürmer mit Torriecher

Nun soll also van Nistelrooy für Glanz sorgen. Doch kann er das wirklich? Seinen Torriecher dürfte der 1,88 Meter große Niederländer nicht eingebüßt haben, ebenso wenig seine exzellente Technik. Doch "Van, the man" hat inzwischen 33 Jahre auf dem Buckel und zwei schwere Knieverletzungen hinter sich. Seine Nationalmannschaftskarriere im Oranje-Team beendete er 2008 mit Verweis auf die hohe körperliche Beanspruchung. Bis zu seinem Wechsel nach Hamburg spielte van Nistelrooy in dieser Saison gerade einmal 127 Minuten für Real Madrid. Bundestrainer Joachim Löw legt den Finger in die Wunde: "Ob er die Leistungen von früher bringen kann, weiß ich nicht. Das hängt von der Fitness ab." Zunächst muss der Niederländer noch einen Muskelfaserriss völlig auskurieren. Als Termin für sein Bundesliga-Debüt visiert van Nistelrooy den 6. Februar an. Dann spielt der HSV beim 1. FC Köln.

Stars folgen dem Geld

Lionel Messi im Trikot des FC Barcelona präsentiert vor Fotografen den Weltpokal (Foto: AP)

Weltfußballer Messi spielt beim Weltpokalsieger Barcelona

Dass andere internationale Fußballstars van Nistelrooy in die Bundesliga folgen und für noch mehr Glamour sorgen, erscheint bisher eher unwahrscheinlich. Die besten Spieler der Welt, der Argentinier Messi, die Spanier Xavi und Andres Iniesta, der Portugiese Cristiano Ronaldo und der Brasilianer Kaká, stehen bei den spanischen Renommier-Clubs FC Barcelona und Real Madrid unter Vertrag. Dort sowie in der englischen Premier League und mit Abstrichen in der italienischen Serie A werden die ganz großen Gehälter gezahlt – auch wenn viele der Clubs hoch verschuldet sind. Erst wenn diese Finanzblasen platzen sollten, wäre die Bundesliga mit ihrem meist soliden Geschäftsgebaren eine interessante Adresse für die Superstars. Für Ruud van Nistelrooy aber gilt das bereits jetzt. "Jeder von uns weiß: In Deutschland sind die Stadien voll, die Städte schön, und die Organisation in den Vereinen ist super", findet der Niederländer. "Die Liga wird immer attraktiver."

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Arnulf Boettcher

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