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Kommt der Bierpreisdeckel?

Der Münchner Bierkrieg schäumt über

Eine Bierpreisbremse auf dem Oktoberfest? Ganz München diskutiert den Vorschlag von Wiesn-Chef Schmid. Er will den Maßpreis für drei Jahre einfrieren. Den Wirten passt das ganz und gar nicht.

Beim Bierpreis hört in Deutschland der Spaß auf - vom "Breslauer Bierkrieg" 1380 bis zu Streiks von Wirten in Hamburg und Berlin 1932 reicht die Geschichte von - teils gewalttätigen Protesten gegen Preis - und Steuererhöhungen.

Legendär die "Münchner Bierrevolution" von 1844, als Bürger randalierend durch die bayerische Landeshauptstadt zogen, nachdem König Ludwig I. eine Erhöhung des Bierpreises um einen Pfennig angeordnet hatte. De Monarch musste klein beigeben, nachdem sich das Militär weigerte, gegen die "Bierrevolutionäre" vorzugehen.

Was darf die Maß kosten?

Ohne Randale und Soldaten - aber kaum weniger hitzig - tobt Anno 2017 in der Bayern-Metropole der Kampf um den Bierpreis auf dem Oktoberfest. CSU-Bürgermeister Josef Schmid, in der großen Rathaus-Koalition Stellvertreter von SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter, aber als sogenannter Wiesn-Chef ein wichtiger Mann, will den Wirten des weltgrößten Bierfestes an den Geldbeutel: Schmid will den Höchstpreis für die Maß für drei Jahre bei 10,70 Euro einfrieren, dem Stand von 2016.

Sicherheitskontrollen auf dem Oktoberfest 2016 (Reuters/M. Rehle)

Sicherheitskontrollen auf dem Oktoberfest 2016

Mehr Geld für Sicherheit

Dieser Bierpreisdeckel ist Teil der "Wiesn-Reform" mit der der CSU-Politiker auf die wegen der anhaltenden Terrorgefahr nötigen erhöhten Sicherheitsaufwand für das Oktoberfest reagieren will. Dazu will Schmid von den Wirten statt einer Platzmiete künftig eine am Umsatz orientierte Pacht verlangen. Der Deckel auf den Maßpreis soll verhindern, dass die Wirte ihre höheren Kosten einfach auf die Biertrinker umlegen.

Die Wirte halten von solchen Plänen natürlich rein gar nichts. Dennoch verabredeten sich die Kontrahenten für diesen Mittwoch zu einem "Friedensgipfel"  - bis der Chef der Wiesnwirte, Toni Roiderer, einem Reporter der "Abendzeitung" über den Weg lief. Schmid sei "despotisch" und ein "Komiker", zitierte das örtliche Boulevardblatt den Gastronomen.

Hier gut gelaunt: Münchens zweiter Bürgermeister und Wiesn-Chef Schmid (picture-alliance/dpa/M. Balk)

Hier gut gelaunt: Münchens zweiter Bürgermeister und Wiesn-Chef Schmid

Wutentbrannt ließ der Bürgermeister das "Friedensgespräch" platzen. Mit seinen persönlichen Angriffen habe Roiderer die Basis einer sachlichen Diskussion zur Reform des Oktoberfestes verlassen, ließ Schmid wissen. Der Wirtesprecher drehte sofort bei und ging in einem Schreiben aus Schmid zu.  

Der berief daraufhin den "Friedensgipfel wieder ein. Die Zeit dängt, denn das 184. Oktoberfest beginnt schon am 16.September.

wl/rb (dpa, afp)