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Aktuell Europa

Der letzte Gletscher

Der Klimawandel führt auch in den Alpen zu dramatischen Veränderungen. In Bayern könnte nur noch ein einziger kleiner Gletscher übrig bleiben. So eine Prognose des Umweltministers.

Bayerns Umweltminister Marcel Huber hat wenig Zweifel an seinen düsteren Vorhersagen: Die Temperatur vor seiner Haustür in den Alpen steige doppelt so rapide wie im globalen Durchschnitt. Bis zum Jahr 2100 um drei bis sechs Grad, dozierte der CSU-Mann in München bei der Präsentation des ersten bayerischen Gletscherberichts. 

Die bayerischen Alpen werden in absehbarer Zeit nur noch einen statt bisher fünf Gletscher haben, so Hubers Horrorszenario. Nur der Höllentalferner auf der Zugspitze (Foto) ist noch nicht von dem rasanten Abschmelzen bedroht. Er verfügt über ein großes Eisvolumen, ist nach Nordosten ausgerichtet und durch hohe Felswände vor Sonneneinstrahlung geschützt. Und vielleicht auch für den nördlichen Schneeferner - ebenfalls auf der Zugspitze - sieht Huber noch über das Jahr 2020 hinaus eine Zukunft.  Der südliche Schneeferner werde hingegen bald ganz dahingeschmolzen sein.

Klima nagt an den Eismassen 

Gletscher, das seien "Mahnmale des Klimawandels", so der Landesminister. Und irgendwie auch Gradmesser für die weltweiten Veränderungen. Laut dem Bericht reduzierte sich die Gesamtfläche der Gletscher im Freistaat in den letzten 200 Jahren von vier Quadratkilometern auf nur noch 0,7 Quadratkilometer.

Auch für die in den Berchtesgadener Alpen gelegenen Gletscher sagen die Experten ein baldiges Verschwinden voraus. Der untere Teil des Blaueises und der Watzmanngletscher hätten 2007 noch etwa 15 Meter Eisdicke gehabt, seither aber jedes Jahr etwa einen Meter verloren.

Huber warnte, durch das Schmelzen sei vermehrt mit alpinen Gefahren, einer Gefährdung der Trinkwasserspeicher und mit Hochwasser zu rechnen. Auch Wildbäche, Bergwälder und die Tier- und Pflanzenwelt seien bedroht. Als einen Baustein zum Schutz der Alpenwelt werde derzeit zusammen mit dem Deutschen Alpenverein an dem Projekt "Nachhaltiger Bergsport" gearbeitet. Ziel sei zudem "sanfter Naturtourismus". Genuss- und Erlebnis-Kultur dürften nicht die natürlichen Lebensräume vernichten...

SC/gmf (afp,dpa)