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Nahost

Der lange Weg zum Frieden

Von Anfang an waren die israelisch-palästinensischen Beziehungen von den Kriegen, dem Terror und der Suche nach dem Frieden gekennzeichnet. Hier die wichtigsten Stationen auf dem langen Weg zum Frieden im Nahen Osten.

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Die Frage nach der Haupstadt Jerusalem ist ein zentraler Punkt im Nahost-Konflikt

Im sogenannten "Sechstagekrieg“ 1967 besetzte Israel die ägyptische Sinai-Halbinsel, die syrischen Golanhöhen, das von Jordanien annektierte Westjordanland und den Gaza-Streifen. Zwei Jahre später legte US-Außenminister William Rogers auf Grundlage von Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates einen ersten umfassenden Friedensplan vor. Israel sollte sich von den besetzten Territorien auf die ursprünglich von der UN vorgesehenen Grenzen zurückziehen, und die palästinensischen Flüchtlinge sollten wiederangesiedelt werden. Sowohl Israel als auch die arabischen Länder lehnten den Plan aber ab.

Mehrere Jahre lang gab es keine größeren Anstrengungen, um den

Menachem Begin (r) und Anwar El Sadat (l),Foto:dpa

Menachem Begin (r) und Anwar El Sadat (l) konnten Frieden schließen

Waffenstillstand in einen Friedensschluss umzuwandeln. Dann leitete im Jahre 1977 der damalige ägyptische Präsident und spätere Friedensnobelpreisträger Anwar el Sadat direkte Verhandlungen mit Israel ein. Sie führten unter der Vermittlung des US-amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter 1979 zum Friedensvertrag von Camp David. Durch ihn bekam Ägypten zwar die von den Israelis besetzte Sinai-Halbinsel zurück, die angestrebten Verhandlungen über eine palästinensische Autonomie für das Westjordanland und den Gazastreifen blieben allerdings aus.

Die meisten arabische Staaten und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) kritisierten den israelisch-ägyptischen Friedensvertrag und brachen die diplomatischen Beziehungen mit Ägypten ab. Anfang Oktober 1981 wurde Sadat während einer Militärparade in Kairo von den Islamisten ermordet. Der Friedensprozess geriet ins Stocken.

Im November 1988, zur Zeit der ersten Intifada, einer Aufstandsbewegung meist jugendlicher Palästinenser in den besetzten Gebieten, rief Jassir Arafat, der Führer der PLO, die Unabhängigkeit des Palästinensischen Staates aus. Seine Grenzen wurden aber nicht definiert. Für eine geforderte internationale Friedenskonferenz fehlte zunächst die nötige politische Bereitschaft der Großmächte und erst drei Jahre später, im Oktober 1991, kam sie in Madrid zustande.

Jassir Arafat, Foto: ap

Jassir Arafat - der Führer der PLO

Kurze Zeit später fanden in Oslo geheime israelisch-palästinensische Verhandlungen statt. Dort wurde 1993 erst eine gemeinsame Grundsatzerklärung auf der Basis des "Land für Frieden“-Prinzips verabschiedet. Sie bildete die Grundlage für das Gaza-Jericho-Abkommen, auch Oslo-I-Abkommen genannt, das Anfang Mai 1994 in Kairo unterzeichnet wurde. Es sah eine palästinensische Selbstverwaltung im Gaza-Streifen und rund um die Stadt Jericho vor. Ein Jahr später wurde dieser Vertrag durch das Oslo-II-Akommen ergänzt. Israels Armee zog sich vollständig aus Gaza, Jericho und einigen Gebieten des Westjordanlandes zurück.

Der israelisch-palästinensische Friedensprozess wurde unterbrochen durch die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin 1995. Erst durch die Initiative des sogenannten Nahost-Quartetts - dem die EU, USA, Russland und die UNO angehörten - entstand ein Stufenplan für eine umfassende Friedenslösung, die so genannte "Roadmap". Sie sah die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates vor. Im Gegenzug sollen die Palästinenser aber das Existenzrecht Israels anerkennen sowie dem Terrorismus abschwören.

Im Jahr 2000 scheitern die Verhandlungen von Camp David II zwischen Ehud Barak und Jassir Arafat. Es kommt kurze Zeit später zur 2. Intifada, die erst 2003 ihr Ende findet.

Auf die Initiative der US-Regierung findet im November 2007 in Annapolis eine Nahost-Konferenz statt, von der entscheidende Vorraussetzung für die Befriedung im Nahen Osten erhofft werden.

Autor: Zoran Arbutina/dh
Redaktion: Diana Hodali

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