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Aktuell Europa

Der lange Schatten von Klecka

In einem Lager in dem kosovarischen Dorf sollen UCK-Kämpfer 1999 serbische und auch albanische Zivilisten ermordet haben. Lagerchef war damals Fatmir Limaj. Er muss sich nun zum zweiten Mal vor Gericht verantworten.

Der im Mai vom Vorwurf der Kriegsverbrechen freigesprochene frühere kosovarische Guerilla-Kommandeur Fatmir Limaj (Artikelbild) ist ebenso wie drei Mitangeklagte wieder in Haft genommen worden. Wie die EU-Justizmission im Kosovo (EULEX) mitteilte, müssen die vier Angeklagten für einen Monat bis zur Aufnahme eines neuen Prozesses ins Gefängnis. Limaj ist ein führender Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der regierenden Demokratischen Partei des Kosovo (PDK).

Risiko der Flucht

Ein EULEX-Richter begründete die erneute Inhaftierung mit dem Risiko der Flucht und der Manipulation von Beweisen. Das Oberste Gericht des Kosovo hatte zuvor einen neuen Prozess gegen Limaj und die anderen Angeklagten in dem sogenannten "Klecka-Fall" angeordnet. Die vier Männer waren Anfang Mai von einem untergeordneten Gericht vom Vorwurf der Folterung und Ermordung serbischer und albanischer Zivilisten in einem Gefangenenlager in dem kosovarischen Dorf Klecka während des Kosovo-Kriegs 1999 freigesprochen worden.

Kronzeuge starb in Deutschland

Limaj war damals der Kommandeur des von der Kosovarischen Befreiungsarmee (UCK) betriebenen Lagers. Es war das erste Mal, das ein hochrangiger UCK-Kommandeur von der örtlichen Justiz wegen Kriegsverbrechen in dem Konflikt, der letztlich 2008 zur Abspaltung des Kosovo von Serbien führte, angeklagt wurde. Kronzeuge der Anklage war der ehemalige UCK-Kämpfer Agim Zogaj. Im September 2011 wurde Zogaj jedoch in Deutschland tot aufgefunden. Die deutschen Behörden kamen zu dem Schluss, dass er Selbstmord begangen habe.

sti/kle (afp,dpa)