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Wirtschaft

Der lachende Dritte

Der Kürbis ist in diesen Tagen allgegenwärtig. Kaum eine Geschäftsauslage, in der nicht mit dem Halloween-Maskottchen geworben wird. Die "lachende Kürbisfratze" erfreut auch den Einzelhandel.

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Spitzenumsätze: Dank Kürbis und Co.

"Happy Halloween" heißt es am 31. Oktober. Der Brauch soll vor 2000 Jahren in Irland entstanden sein: Mit einem Feuer wollten keltische Druiden böse Geister vertreiben. Auf den Kürbis sind erst die Amerikaner gekommen: Zum einen wird dort das auffällige Früchtchen in großen Mengen geerntet. Zum anderen lässt sich der Kürbis gut aushöhlen und mit einer Kerze dekorieren. Mitte der 1990er-Jahre trat Halloween seinen Siegeszug auch durch Deutschland an.

Aber es geht nicht um den Kürbis, sondern um den Kult drumherum. Die kultische Bedeutung des Brauchs ist längst in Vergessenheit geraten. Inzwischen ist Halloween nichts weiter als ein Anlass zum Feiern und Geschäftemachen.

Einmal Hexe sein

Halloween Schokolade von Milka

Halloween-Party mit Süßes

Massenweise werden echte Kürbisse oder falsche aus Plastik verkauft. Der Halloween-Kunde hat die Qual der Wahl zwischen Kürbis-Lichterketten, Fruchtgummis in dämonischen Formen, Hexen- und Vampirkostümen. Zur Freude des deutschen Einzelhandels: Fachleute schätzen den Umsatz mit Halloween-Produkten bundesweit auf 100 Millionen Euro jährlich. Tendenz steigend.

Vor allem die Spielwarenindustrie profitiert von dem Geschäft mit der lachenden Kürbisfratze. Die Branche habe 1994 angefangen, das Thema jedes Jahr in die Öffentlichkeit zu tragen, so Dieter Tschorn vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie. "Ob Geschenkartikel, Spielzeug, Alkohol oder Süßwaren - heute spart keiner mehr Halloween aus", sagt Tschorn. Vor allem die Hersteller von Dekorationsartikeln profitieren von dem Rummel um Halloween. Immer mehr Eltern, Büroangestellte und Verkäufer werden dabei ertappt, wie sie ihre nähere Umgebung mit allem schmücken, was rund um Halloween im Angebot ist.

Zuckersüß ...

Zum Gruseln schön...ist das Produkt HARIBO HAPPY HARIWEEN

Das Produkt „HARIBO HAPPY HARIWEEN“

Auch für die Kleinen und deren gesunden Appetit auf alles Süße ist gesorgt. "Wir schwimmen mit dieser Welle mit", so Marco Alfter, Leiter der PR-Abteilung von Haribo im Gespräch mit DW-WORLD. "Wo Kinder Spaß haben, ist auch Haribo mit im Boot." Schließlich habe es auch Süßes gegeben zum Dinosaurier- oder Moorhuhn-Hype.

Drei Produkte bietet Haribo kleinen und großen Naschern an: Fruchtgummis mit griffigen Namen wie "Vampire", "Horrormix" und "Happy Hariween". Damit sei Halloween, neben Weihnachten und Ostern, fast zur dritten Produktsaison geworden, so der Werbefachmann. Welchen Umsatz Haribo damit erzielt, will man allerdings nicht verkünden. "Es läuft sehr gut an, wir haben bereits vor dem 31. Oktober erfolgreich verkauft", resümiert Marco Alfter.

Synergieeffekte nutzen

„HARIBO Vampire“!

„HARIBO Vampire“

Einige Hersteller von Karnevalsartikeln versorgen inzwischen die Halloween-Fans gleich mit. Der weltgrößte Produzent von Karnevalsartikeln, die Rubies Gruppe mit Sitz im Rheinland, verkauft jährlich für etwa 40 Millionen Euro Halloweenartikel. Das sind rund fünf Prozent des Gesamtumsatzes, heißt es aus Firmenkreisen.

Zufrieden sei man zwar mit dem Umsatz, doch der ließe sich problemlos noch steigern. Ein Wachstum von drei bis fünf Prozent jährlich sei realistisch, so Gesamtvertriebsleiter Theo Welbhoff. Und es könnte sogar sein, dass die Gruselnacht in wenigen Jahren Karnevalstatus erreicht - und damit vielleicht sogar zweistellige Umsatzzuwächse einbringt.

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