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Wirtschaft

Der längste Streik bei Lufthansa hat begonnen

Bei Lufthansa wird wieder gestreikt. Nachdem die Piloten in dieser Tarifrunde ihre Arbeit bereits 13 Mal niedergelegt hatten, sind nun die Flugbegleiter dran. Und es wird der längste Streik der Firmengeschichte.

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Längster Streik der Lufthansa-Geschichte

Passagiere der Lufthansa

Aktuelle Informationen auf lufthansa.com

müssen sich in diesen Tagen auf zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen durch den längsten Streik in der Geschichte der Airline einstellen. Am Freitag begann der Arbeitskampf um 14:00 in Frankfurt und Düsseldorf. 290 Flüge wurden gestrichen, darunter 23 Interkontinental-Verbindungen. Von den Absagen in Frankfurt und Düsseldorf seien 37.500 Passagiere betroffen, teilte Lufthansa mit. Gerechnet auf die gesamte Lufthansa-Gruppe entspreche das nur knapp zehn Prozent der für diesen Tag geplanten Flüge.

Am Samstag geht es weiter. An den Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf seien Mitglieder aufgerufen, von 6:00 bis 23:00 ihre Arbeit niederzulegen, erklärte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Freitag. In Düsseldorf seien alle Flugzeuge auf der Lang- und Kurzstrecke betroffen, in Frankfurt die A320-und die 737-Flotte der Lufthansa. Der Flughafen München werde wegen des Endes der Herbstferien in Bayern bis einschließlich Sonntag von dem Streik ausgenommen.

"Alle Passagiere der Lufthansa müssen damit rechnen, dass ihr Flug kurzfristig ausfällt", erklärte Ufo-Chef Nicoley Baublies die flexible Taktik der Gewerkschaft ohne festgelegte Ankündigungsfristen. Dass der auf acht Tage angekündigte Ausstand früher beendet wird, hält er allerdings für unwahrscheinlich. "Ich erwarte nicht, dass Lufthansa auf uns zugeht." Immerhin versprach Baublies, den Streik nicht auszudehnen. "Unsere Kunden können sich darauf verlassen: Ab nächsten Samstag können sie wieder mit Lufthansa fliegen", sagte der Ufo-Chef in Frankfurt.

Tarifverhandlungen seit zwei Jahren

Die Tarifverhandlungen zwischen Ufo und der Lufthansa ziehen sich seit zwei Jahren hin. Die Arbeitnehmerorganisation kämpft in erster Linie gegen geplante Einschnitte bei der Rente und der sogenannten Übergangsversorgung.

Diese betriebsinterne Frührente wird gezahlt, damit Stewards und Stewardessen wegen der körperlichen Belastungen in dem Job schon vor dem offiziellen Rentenbeginn mit 65 Jahren in Ruhestand gehen können. Im Schnitt scheiden die Flugbegleiter derzeit mit 56 Jahren aus. Nach Darstellung der Lufthansa ist die bisherige Finanzierung der Frührente wegen der niedrigen Zinsen und der im Branchenvergleich hohen Kosten der Lufthansa nicht mehr machbar.

Konflikt um Billig-Airline

Im Hintergrund köchelt bei dem Tarifclinch noch ein zweiter Konflikt. Dabei geht es um den Ausbau der früheren Lufthansa-Regionalflugline Eurowings zur Billig-Airline. Dagegen ging auch die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit auf die Barrikaden und bestreikte die Lufthansa seit Frühjahr 2014 insgesamt 13 mal. Auch mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ringt der Konzern derzeit um einen Tarifabschluss für 33.000 Angestellte. Diese Gespräche wurden am Donnerstag ergebnislos vertagt, wie die Gewerkschaft mitteilte. Den Streik der Piloten hatte im Sommer das Landesarbeitsgericht Hessen überraschend gestoppt.

zdh/wen (dpa, rtr)

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