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Kultur

Der Kunstmarkt trotzt allen Krisen

Nach einem schwierigen Jahr, das von Zurückhaltung und Unsicherheit gekennzeichnet war, blickt der internationale Kunstmarkt mit gemäßigtem Optimismus in die Zukunft. Außergewöhnliches zieht immer.

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Millionenschwer: van Goghs "Brücke von Arles"

"Trotz allem, was passiert ist, hat sich das Vertrauen in den Markt behauptet. Wir sehen Anzeichen einer langfristigen Stabilisierung", sagt Charles Cator, Vorstandsmitglied des Londoner Auktionshauses Christie's. Eines dieser guten Vorzeichen sind für die Auktionshäuser die durchgehend hohen Verkaufsquoten bei den angebotenen Objekten.

In allen Bereichen, ob Kunst, Möbel oder Antiquitäten, wurden im Jahr 2003 bis zu 90 Prozent verkauft. Auch die zunehmende Sachkenntnis der Interessenten wird lobend erwähnt. "Der Sammler zeigt Leidenschaft und will in erster Linie Qualität", sagt Catherine Fenston, Sprecherin von Christie's. "Das obere Ende des Marktes bleibt extrem stark. Die nachteilige Wirtschaftsentwicklung macht sich dort kaum bemerkbar."

Leichter Umsatzrückgang der Großen

Bei Christie's war der Umsatz im ersten Halbjahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf 947 Millionen Dollar (775 Millionen Euro) gesunken, beim Konkurrenzhaus Sotheby's um 3,4 Prozent auf 166,7 Millionen Dollar (136 Millionen Euro). Die Jahreszahlen 2003 liegen noch nicht vor. Besonders viel Umsatz konnte der internationale Handel mit Werken des Impressionismus, der Klassischen Moderne sowie mit Nachkriegs- und Gegenwartskunst verbuchen.

So erzielte Christie's bei seiner Herbstauktion in New York einen Erlös von 223,5 Millionen US-Dollar (190 Millionen Euro). Zu den dort versteigerten Werken zählte Vincent Van Goghs Gemälde "Le Pont de Langlois à Arles", das für fast sieben Millionen Euro unter den Hammer kam. Amedo Modiglianis Gemälde "Nu couche" brachte es sogar auf 22 Millionen Euro. Gustav Klimts "Landhaus am Attersee" wechselte bei Sotheby's New York für 24 Millionen Euro den Besitzer.

Gute Geldanlage

"Die besten Werke werden von den Bietern heiß umkämpft. Aber alles, was als unter dem Niveau liegend eingestuft wird, findet kaum Beachtung", kommentierte Will Bennett, der Kunstexperte des "Daily Telegraph", die Herbstauktionen in New York. Erfolgreich waren auch Auktionen mit einzigartigen, ungewöhnlichen Angeboten.

Zum Beispiel die Versteigerung von Teilen eines Concorde Überschall-Flugzeugs in Paris. Dort wurde allein für die berühmte Bugnase des legendären Flugzeugs der unerwartet hohe Preis von 407.000 Euro gezahlt. Die gesamte Auktion, auf der alle 219 Objekte einen Abnehmer fanden, brachte laut Christie's einen Erlös von 3,2 Millionen Euro.

Für 2004 hofft Christie's auf ein "viel versprechendes Geschäft. 2003 war ein starkes, solides Jahr. 2004 wird kaum große Profitsprünge bringen", sagte Christie's-Sprecherin Fenston und fügte hinzu: "Der Kunstmarkt ist und bleibt ein guter Platz für die Geldanlage."

Kunstmarkt neben Golfanlagen

Ein weiterer Trend ist die Verlagerung des Kunstmarktes hin zu den Plätzen, wo die neuen Anleger dieses großen Geldes leben oder sich zumindest zeitweise gerne aufhalten. Die renommierte Schweizer Kunstmesse "Art Basel" gründete deswegen eine Tochtergesellschaft in Florida, die "Art Basel Miami Beach", die vor einigen Wochen (Dezember 2003) bereits zum zweiten Mal ein zahlungskräftiges Publikum anzog.

175 internationale Galerien aus Europa, Nord- und Südamerika boten Werke an, über 30 000 Besucher aus der ganzen Welt kamen, sahen und kauften. Von klassischer Moderne wie Pablo Picasso und Max Ernst bis zu Skulpturen von Sol de Witt, Pop-Werken von Ed Ruscha oder Zeichnungen von Raymond Pettibon wurden Geschäfte in fünf- bis sechsstelliger Dollarhöhe abgeschlossen. (mib)

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