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Politik

"Der Krieg muss vermieden werden"

Die arabische Presse kommentiert am Mittwoch (5.3.) den Gipfel der Organisation des Islamischen Weltkongresses (OIC) in Katar. Wie Saddam Hussein dazu bewogen werden kann, abzudanken, ist eine der zentralen Fragen.

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Die in Katar erscheinende eher unabhängige Zeitung Al-Watan wägt die Argumente für und gegen diese Initiative ab und kommt zu dem Schluss, dass die arabischen Staaten vor der Entscheidung stünden: "Entweder die irakische Führung dankt ab - oder sie wird durch Krieg abgesetzt."

Die ebenfalls katarische Zeitung Ar-Raya versucht, die wachsende Zustimmung zu einer Abdankung des irakischen Präsidenten zu ergründen. Sie dürfe nicht auf äußeren Druck erfolgen, denn - so wörtlich - "ein Machtwechsel ist die innere Angelegenheit eines jeden Staates". Diese Forderung müsse daher aus dem Volk kommen, schreibt Ar-Raya und fährt fort: "Wer die Hoffnungen seines Volkes niederschmettert und das Volk unterdrückt, findet sich am Ende in einer ungewöhnlichen Lage. Die aus dem Land Vertriebenen fordern offen eine Abdankung. Doch die Massen im Lande interessieren sich mehr für die Nachrichten aus den Fußball-Stadien als für die Solidarität mit dem irakischen Volk."

Die in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinende Zeitung Al-Ittihad äußert sich in ihrem Leitartikel skeptisch zum Doha-Gipfel. Hier heißt es: "Wird dieser Gipfel die Chance nutzen, die der jüngste arabische Gipfel zu nutzen versäumt hat? (...) Wird dieser Gipfel den aktuellen Herausforderungen gerecht oder - wie die bisherigen arabischen und islamischen Gipfel - eher bedeutungslos sein?"

Die offiziöse ägyptische Zeitung Al-Ahram lobt die Rolle des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak beim Doha-Gipfel und schreibt weiter: "Das Treffen an sich darf nicht das Ziel sein. Vielmehr müssen Resolutionen verabschiedet werden, die den Willen der Völker in 54 islamischen Staaten dokumentieren. Der Krieg muss vermieden werden. Gleichzeitig muss das Interesse auf das Problem der Palästinenser gelenkt werden. Israel darf nicht die Kriegsdrohungen gegen den Irak ausnutzen, um nicht die Lösung dieses Problems im Keim zu ersticken."

Die USA und der Sicherheitsrat

Die konservative jordanische Zeitung Ad-Dustur beschäftigt sich mit der Haltung der USA im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Im Leitartikel heißt es: "Die USA betrachten die Zusammenarbeit des Iraks mit den Inspektoren als Betrug gegenüber der UNO. Sie wollen dem Irak keinen Pluspunkt zuerkennen, während die ganze Welt diese Zusammenarbeit würdigt. Diese Haltung ist der Beweis für den Kriegswillen der Amerikaner und für die Absicht, den größten Bruch der Legitimität der UN seit ihrer Entstehung zu begehen. Dieser Vorgang bedroht die Existenz der Weltorganisation."

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