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Fußball

Der kommende DFB-Präsident

Führungswechsel beim größten Sportfachverband der Welt: Wolfgang Niersbach soll ab Oktober 2012 Theo Zwanziger als Präsident des Deutschen Fußballbundes beerben. Ihn erwartet eine schwere Aufgabe.

Wolfgang Niersbach (Foto: dpa)

Es ist kein leichter Job, den er sich ausgesucht hat, das weiß Wolfgang Niersbach. "Meine Vorgänger haben tiefe Spuren hinterlassen. Ich habe gewaltigen Respekt", meinte Niersbach auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Noch-Präsident Theo Zwanziger am Mittwoch (07.12.2011) in der Frankfurter Zentrale des Deutschen Fußball Bundes. Es sei "ein Riesenschritt", im Oktober 2012 in die Fußstapfen von Zwanziger zu treten, sagte der 61-Jährige. Zwanziger hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass er wegen Amtsmüdigkeit nicht mehr zur Verfügung stehe.

Der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Theo Zwanziger (l.) und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach (Foto: dpa)

Zwanziger macht den Weg für Niersbach frei

Wenn sich ein gestandener Funktionär wie Theo Zwanziger zu solch einem Schritt entschließt, muss das Gründe haben. Die Verantwortung für 6,7 Millionen Mitglieder und die Führung des weltweit größten Sportfachverbandes sind eine Herausforderung, die für Zwanziger zur Belastung wurde. Denn regelmäßige Gewaltszenen in den Stadien, Debatten um Pyrotechnik, die Affäre um Steuerhinterziehung bei Schiedsrichtern und nicht zuletzt die unschöne Affäre um die DFB-Unparteiischen Amerell und Kempter haben an den Kräften des DFB-Präsidents gezehrt. Nachfolger Niersbach kennt diese Schattenseiten seiner neuen Aufgabe nur zu gut, denn er ist seit 23 Jahren DFB-Insider.

Vom Sportjournalisten zum DFB-Präsidenten

Als langjähriger Sportjournalist beim Sport-Informations-Dienst (SID) kam Niersbach 1987 zum DFB, als Pressechef im Organisationskomitee der Europameisterschaft 1988. Dort überzeugte er seine Vorgesetzten als guter Kommunikator und Organisator und arbeitete fortan als DFB-Medien-Direktor. Journalisten und Öffentlichkeit lernten ihn in dieser Zeit als zugänglichen Ansprechpartner und loyalen Arbeiter im Hintergrund kennen. Eine Referenz, die ihm half, die Karriereleiter weiter hinaufzuklettern: Bei der Heim-WM 2006 war er Vizepräsident des Organisationskomitees und empfahl sich dadurch für die Wahl zum DFB-Generalsekretär 2007.

Auch wenn er selbst bescheiden sagt, dass weder dieses Amt noch die Präsidentschaft 2012 in seiner Lebensplanung vorgesehen gewesen wären, kam der Aufstieg an die DFB-Spitze nicht besonders überraschend. Denn dank des profunden Wissens aus dem Inneren des Verbandes und seiner langjährigen Medien-Erfahrung vereint Niersbach genau die Kompetenzen, die ein DFB-Präsident heutzutage braucht.

Löw lobt "angenehmen Führungsstil"

DFB-Präsident Theo Zwanziger, Nationalspielerin Ariane Hingst, OK-Präsidentin Steffi Jones und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach (von links) hinter einem überdimensionalen Ticket für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 (Foto: dpa)

Bei der WM 2006 war Niersbach OK-Vizepräsident

Die letzten Nächte seien kurz gewesen, ließ Niersbach auf der Frankfurter Pressekonferenz wissen und machte damit deutlich, dass es kein leichter Schritt war, den er da ging. Er entschloss sich dennoch, weil er "eine breite Rückendeckung beim DFB" verspüre und sich das Amt zutraue. Niersbach, den auch seine Mitarbeiter als sehr zugänglich und aufgeschlossen bezeichnen, setzte sich gegen seinen Hauptkonkurrenten Erwin Staudt, den ehemaligen Präsidenten des Bundesligisten VfB Stuttgart, durch. Niersbach erhielt viel Vorschusslorbeeren aus der Fußballwelt: Bundestrainer Joachim Löw lobte Niersbachs "angenehmen Führungsstil" und Theo Zwanziger nannte ihn "die beste Lösung für den DFB". Dabei hatte Zwanziger zuvor noch Staudt als Kandidaten unterstützt.

Wolfgang Niersbach versprach, dass er sich "als Mensch nicht verändern werde". Dazu zählt wohl auch sein Bekenntnis zu "seinem" Club Fortuna Düsseldorf, dessen Spiele er gerne besucht. Der Zweitligist steht nach einer fulminanten Hinrunde nun 2012 vor dem Aufstieg – ebenso wie ihr Edelfan. Es könnte also ein schönes Jahr werden für Wolfgang Niersbach.

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Stefan Nestler

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