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Top-Thema – Podcast

Der kleine Unterschied

Nach den nächsten Wahlen werden die USA möglicherweise eine Präsidentin haben. In den Medien wird darüber diskutiert, ob für eine Frau im Wahlkampf die gleichen Regeln gelten wie für Männer. Die Antwort lautet: Nein.

Hilary Clinton als Rednerin bei einer Wahlveranstaltung

Hilary Clinton - wird sie die erste Präsidentin der USA?

Männliche Präsidentschaftskandidaten können bei der Wahl der Kleidung nicht viel falsch machen, schließlich tragen sie meist Anzüge und fallen höchstens mit ihrer Krawatte auf. Im Notfall helfen Berater oder Ehefrauen. Wenn sich die Herren leger zeigen wollen, ziehen sie Jeans und kurzärmeliges Hemd an. Anders die Frauen: Wenn sie sich bequem anziehen, gelten sie als schlampig. Ziehen sie sich zu feminin an, gelten sie auch als schlampig – in einem anderen Sinn. Also heißt es für Frauen, die Präsidentin werden wollen: die Weiblichkeit vergessen und anziehen wie ein Mann.

Wenn eine Politikerin Gefühle zeigt, kompromissbereit und verständnisvoll handelt, gilt sie als zu weich und daher unfähig für den Job. Handelt sie dagegen wie ein Mann, gilt sie als kompetent, aber berechnend, zickig und kalt. Gleichzeitig sympathisch und kompetent zu sein, ist für männliche Politiker kein Problem. Für Politikerinnen ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Hillary Clinton gilt als durchaus kompetent, aber berechnend und gefühllos.

Anders als im traditionellen Wahlkampf stellen sich plötzlich ganz neue Fragen, wenn eine Frau mit dabei ist: Wie hart darf sie angegangen werden, ohne dass es unfair aussieht? Wie viel muss eine Frau einstecken können? Oder darf es keinen Unterschied machen, ob der Gegner ein Mann oder eine Frau ist? Die Situation bleibt also schwierig - und die Diskussion zeigt vor allem eins: Die Bewerbung einer Frau um das höchste Amt der USA, ist auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts alles andere als normal.

GLOSSAR

Präsidentschaftskandidat, der – jemand, der zum Präsident eines Landes gewählt werden will

leger – locker; natürlich; lässig

kurzärmelig – mit kurzen Ärmeln (Hemd oder T-Shirt)

schlampig – 1. unordentlich; 2. sexuell freizügig (bei Frauen)

feminin – weiblich; figurbetont

kompromissbereit – bereit, in einem Streit die Forderungen des Gegners teilweise zu akzeptieren

kompetent – fähig; professionell

berechnend – rücksichtslos; nur die eigenen Interessen verfolgend

zickig – launisch und unfreundlich (bei Frauen)

kalt – hier: gefühllos

sympathisch – nett

ein Ding der Unmöglichkeit – (Redewendung) nicht möglich

Wahlkampf, der – der Zeitraum vor einer Wahl, in der die Kandidaten und Parteien für sich werben und gegeneinander kämpfen

jemanden angehen – jemanden mit Worten angreifen

unfair – ungerecht

etwas einstecken – hier: etwas erdulden

Fragen zum Text

Warum haben es Politikerinnen bei der Wahl der Kleidung schwerer als männliche Politiker?

1. Weil es zu wenig Kleidung für weibliche Politiker gibt.

2. Weil ihre Lieblingsfarben oft nicht zu den Farben ihrer Partei passen.

3. Weil ihr Kleidungsstil stärker beachtet und kritischer beurteilt wird.

Welches der folgenden Adjektive beschreibt eine negative Eigenschaft?

1. kompromissbereit

2. berechnend

3. kompetent

Welche Redewendung drückt aus, dass jemand selbstbewusst auf verbale oder körperliche Angriffe reagiert?

1. Er/sie kann viel einstecken.

2. Er/sie kann viel einpacken.

3. Er/sie kann viel einsammeln.

Arbeitsauftrag

Frauen an die Macht! – Was halten Sie von dieser Forderung? Glauben Sie, dass Frauen anders mit Macht umgehen als Männer? Sollten mehr Frauen in wichtige Ämter gewählt werden? Oder spielt es keine Rolle, ob Frauen oder Männer an der Macht sind? Diskutieren Sie in der Gruppe über diese Fragen oder schreiben Sie einen kurzen Text dazu.

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