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Fußball

Der "kleine FCB" empfängt den großen

Für die Schweizer ist es ein Highlight in der Karriere – für die Bayern eigentlich Routine. Doch vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim Außenseiter FC Basel steht Bayern München mächtig unter Druck.

Es war scheinbar ein Glückslos, das dem FC Bayern München zuteil wurde: Im Achtelfinale der Champions League am Mittwoch wartet nicht etwa der FC Barcelona oder Inter Mailand, sondern der "kleine FCB": Der Schweizer Meister FC Basel, der zunächst Heimrecht hat. Ein Gegner, den die Bayern schon in der vergangenen Saison in der Gruppenphase zugelost bekommen hatten. Damals siegten sie auswärts im St. Jakob Park mit 2:1.

Doch unterschätzen sollten die Bayern ihre Gegner keineswegs, denn Basel schickte in der Vorrunde völlig überraschend Manchester United in die Europa League und zog selbst triumphierend ins Achtelfinale der Königsklasse ein. "Unsere Mannschaft ist sehr gut beraten, das Spiel sehr ernst zu nehmen", erklärt deshalb auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Basel habe in der Gruppenphase zweimal wunderbar gegen Manchester gespielt.

Angeschlagene Bayern

Auch wenn die Bayern sehr dominant durch die Vorrunde marschierten und als Gruppensieger in die K.o.-Phase eingezogen sind: Der Traum vom Finale am 19. Mai im eigenen Stadion sollte nicht alles andere überdecken, warnt Hoeneß in der Vereinszeitschrift des FC Basel: "Wir dürfen jetzt hier nicht den Fehler machen und uns nur auf diesen Tag konzentrieren. Wir dürfen dieses Finale nicht überhöhen." Man solle locker bleiben.

Wie angespannt die Lage beim deutschen Rekordmeister ist, zeigt der vergangene Spieltag: Die Bayern fielen nach dem müden 0:0 gegen Schlusslicht SC Freiburg auf Platz drei der Tabelle zurück und haben nun schon vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund: Für Münchener Verhältnisse bedeutet das eine handfeste Krise. "Es muss jetzt die letzte Warnung gewesen sein auch für die kommenden Wochen", weiß Bayerns Topstürmer Mario Gomez. "Wir müssen es schnellstens hinkriegen, dass wir in jedem Spiel topkonzentriert und topmotiviert sind." Man habe die Qualität, um in die nächste Runde zu kommen. Mannschaftskollege Toni Kroos, der wahrscheinlich den verletzten Bastian Schweinsteiger ersetzen wird, versucht es mit Optimismus: "Was war, können wir nicht ändern. Wir müssen jetzt nach vorn schauen."

Spiel des Jahres in Basel

FILE - In this Oct. 29, 2011 file picture Basel's Xherdan Shaqiri throws a kiss after scoring during the Super League soccer match between FC Basel and Grasshopper Club Zurich at the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland. FC Basel star forward Xherdan Shaqiri will join its Champions League round-of-16 opponent Bayern Munich at the end of the current season. Basel confirmed the long-speculated transfer Thursday Feb. 9, 2012, though did not disclose the fee Bayern will pay for the 20-year-old Switzerland international. Shaqiri, whose contract with the Swiss champion ran through 2014, has signed a four-year deal with the German giant, Basel said in a statement on its website. (Foto:Keystone/Georgios Kefalas/AP/dapd)

Shaqiri spielt bald bei den Bayern

Während die Bayern viel zu verlieren haben, können die Spieler des FC Basel nur gewinnen. Im Hinspiel haben die Schweizer die eigenen Fans im Rücken. "Die ganze Mannschaft freut sich auf das Spiel, die ganze Stadt, die ganze Region fiebert mit", berichtet der Noch-Basler und künftige Bayern-Spieler Xherdan Shaqiri. Während der 20-Jährige seine sportliche Station in München noch vor sich hat, ist sein Trainer Heiko Vogel dort bereits ein alter Bekannter: Der Coach des FC Basel war früher in der Nachwuchsabteilung der Bayern tätig. "Ich werde mit Stolz beobachten, wie sich Thomas Müller, Holger Badstuber und Philipp Lahm entwickelt haben, welche ich im Juniorenbereich bei den Bayern trainiert habe." Wichtig sei, nicht zu nervös zu werden, so Vogel: "Es kommt auf uns an, wie wir uns vorbereiten. Wir gehen mit der nötigen Portion Lockerheit und Konzentration ins Spiel." Das Spiel gegen Freiburg gebe keinen Anlass zu glauben, dass der FC Bayern München nicht die erwartet starke Mannschaft sein werde, betont der Basel-Trainer.

Lob für dessen Arbeit gibt es vom Trainerkollegen Heynckes: "Basel ist eine absolute Top-Adresse. Sie haben eine gute Mischung von Spielern. Das wird kein leichter Gang." Aber es sei natürlich auch klar, dass der FC Bayern nicht ausscheiden darf. Auch wenn die Schweizer in der Gruppenphase den Ruf des Favoritenschrecks bekommen haben: "Eines sollte man nicht machen: Den FC Bayern unterschätzen, auch nicht nach dem Samstag-Spiel", macht Heynckes klar.

Real verspielt Sieg in Moskau

Am Dienstagabend fanden bereits zwei weitere Achtelfinalpartien der Königsklasse statt. Dabei sorgte der ZSKA Moskau mit einem 1:1 (0:1)-Unentschieden gegen Spaniens Rekordmeister Real Madrid für eine faustdicke Überraschung. Lange hatte Madrid mit den beiden deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira durch den Treffer von Cristiano Ronaldo (27. Minute) geführt, doch Pontus Wernbloom sorgte in der Schlussminute für den Ausgleich, der die Russen weiter im Spiel um das Viertelfinale hält.

Und auch der FC Chelsea erlebte einen rabenschwarzen Abend und muss um das Weiterkommen bangen, denn der SSC Neapel führte den Favoriten im Achtelfinal-Hinspiel regelrecht vor und siegte am Ende hochverdient mit 3:1 (2:1). Die Londoner stehen damit vor dem Rückspiel am 14.03. unter großem Druck.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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