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Politik

Der Kaschmir-Konflikt im Schatten des 11. September

Ein weiterer Konfliktherd sorgt für Schlagzeilen: der sich zuspitzende Streit zwischen Indien und Pakistan um die Kaschmir-Region.

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Die zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen forderten seit 1989 bereits mehr als 35.000 Menschenleben.

Am vergangenen Donnerstag (13. Dezember 2001) haben Attentäter das indische Parlament überfallen. Es gab dreizehn Tote. Indien macht zwei Extremistengruppen dafür verantwortlich, "Jaish-e-Mohammed" und "Lashkar-e-Tayyaba". Diese Gruppen kämpfen von Stützpunkten in Pakistan aus für eine Abspaltung des Kaschmir-Tals von der indischen Union. Damit rückt der Kaschmir-Konflikt wieder stärker ins Rampenlicht. Denn Kaschmir war auch im Schatten des Afghanistan-Krieges nicht zur Ruhe gekommen: Erst am 1. Oktober hatten Terroristen einen Selbstmordanschlag auf das Parlament von Jammu und Kaschmir in Srinagar verübt.

Die Macht-Balance in Südasien insgesamt ist durch den Afghanistan-Krieg in Bewegung geraten. Es wäre voreilig, schon eine Bilanz zu ziehen. Aber welche Szenarien sind denkbar? Und wie lässt sich der aktuelle Streit darin einordnen?

Pakistans Rolle in Kaschmir

Die entscheidende Frage ist zunächst einmal, inwieweit sich Pakistans Engagement in Kaschmir verändert. Es hat bisher deutliche Parallelen zwischen Pakistans Afghanistan- und seiner Kaschmir-Politik gegeben. Im Kampf zwischen militanten, von Pakistan unterstützten Separatisten und den indischen Sicherheitskräften im Kaschmir-Tal lassen sich seit Beginn des Aufstands 1989 drei Phasen erkennen: Am Anfang war ein Aufstand weiter Teile der kaschmirischen Bevölkerung. Die wichtigste Separatisten-Gruppe war die "Jammu and Kashmir Liberation Front" (JKLF).

In Pakistan wuchsen allerdings bald die Befürchtungen, im Falle der Sezession Kaschmirs von Indien werde die JKLF nicht den Anschluss an Pakistan, sondern die Unabhängigkeit anstreben - womöglich noch unter Einschluss der von Pakistan kontrollierten Teile Kaschmirs. Daher setzte Islamabad in Kaschmir verstärkt auf die "Jamaat-e-Islami", einen Ableger der gleichnamigen fundamentalistischen Partei in Pakistan selber. Deren militärischer Arm, "Hizb-ul-Mujahedin" (HM), bildete Mitte der 90er Jahre das Rückgrat der militanten Bewegung im Kaschmir-Tal. Die meisten HM-Kämpfer waren nach wie vor Kaschmiris, gleichzeitig waren aber auch immer mehr Pakistanis an den Kämpfen beteiligt. Der Anschluss an Pakistan wurde zum erklärten Ziel auch der wichtigsten politischen Organisationen der Separatisten.

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