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Sport

Der Kampf um die Karten beginnt

Der Kartenverkauf für die Fußball- Europameisterschaft vom 7. bis 29. Juni in Österreich und der Schweiz sorgte schon vor dem offiziellen Beginn der Ticket-Kampagne für reichlich Ärger und schlechte Laune bei den Fans.

EURO 2008-Manager Martin Kallen, mit den EM-Maskottchen Trix (l.) und Flix, Foto: dpa

Trix und Flix sollen für gute Laune sorgen

Wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag (15.1.2008) das Ticket-Portal für die EM-Eintrittskarten auf seiner Homepage öffnet, gehen von den zugeteilten 21.765 Karten für die drei Vorrundenspiele der Nationalmannschaft gegen Polen (8. Juni), Kroatien (12. Juni) und Gastgeber Österreich (16. Juni) nur 14.400 in den freien Verkauf. Den Rest verteilt der DFB intern.

Proben für die EM im Ernst-Happel-Stadion in Wien (Archiv), Foto: AP

Österreich hat sich gerüstet

"Es ist bedauerlich. Aber wir haben keinen Einfluss auf die Zuteilung der Ticket-Kontingente. Das macht die UEFA", sagte DFB- Präsident Theo Zwanziger. Durch die relativ kleinen Stadien seien nicht mehr Karten verfügbar. "Ich weiß auch, dass es große Enttäuschungen geben wird. Die, die kein Glück bei der Verlosung der Tickets haben, tun mir auch sehr leid. Aber man kann einem nackten Mann nicht in die Tasche packen", meinte Zwanziger und ergänzte: "Es gibt ja Tauschbörsen."

Mehr Lust als Frust?

"Wir werden mehr Frust als Lust ernten", erwartet auch DFB- Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der den Vergabeschlüssel für den nationalen Verband ausgetüftelt hat. "Jeder wird verstehen, dass wir aus diesen doch sehr kleinen Kontingenten unsere Gremien, die Bundesliga-Vereine, die Landesverbände, die Sponsoren und nicht zuletzt die Nationalspieler bedienen. Da sind schon erhebliche Kürzungen nötig. Aber es freut uns doch, dass wir immerhin einen Anteil von 70 Prozent für den Fan einsetzen können."

"Wir haben rund eine Million Ehrenamtliche im Fußball, die auch Fans sind", sagte Zwanziger um zu erklären, warum rund ein Drittel der Karten intern vergeben werden. Die aufkommende Kritik könne er nicht verstehen. "Die Karten gehen ja nicht nur an Präsidiumsmitglieder, die bei den Fans vielleicht unbeliebt sind. Wir müssen auch dafür sorgen, dass die vielen ehrenamtlich im Fußball-Bereich Tätigen ausreichend bedacht werden."

Viele fahren auch ohne Karte

Fußballfans beim 'public viewing' während der WM 2006 (Archiv), Foto: AP

Viele werden ohne Ticket kommen - wie bei der WM 2006

Jeder Interessierte kann im Online-Verfahren wie im Vorfeld der WM 2006 maximal vier Karten bestellen und muss dabei seine persönlichen Daten und die seiner Begleitpersonen angeben. Die Karten werden unter notarieller Aufsicht bis Ende Februar zugeteilt - und zwar nur für ein Spiel, um möglichst vielen Besuchern die Chance zu geben, bei einem EM-Spiel dabei zu sein. Dasselbe gilt für mögliche deutsche Spiele im Viertelfinale, Halbfinale und Finale, wobei hier statt der Tickets Voucher zugelost werden, die im Falle der Qualifikation am jeweiligen Spielort gegen Eintrittskarten eingetauscht werden können. Sollte sich die DFB-Elf für diese Spiele nicht qualifizieren, kann der Käufer sein Geld zurückbekommen.

Immerhin stehen den Anhängern für jedes Spiel ihrer Mannschaft 20 Prozent des gesamten Kartenkontingents zu. Dies bedeutet eine Verdoppelung gegenüber der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Michael Gabriel, der Leiter der Koordinierungsstelle Fan-Projekte glaubt zudem, dass viele Fans anreisen werden, obwohl sie keine Tickets besitzen. "Einige werden sich auf dem Schwarzmarkt umsehen, andere das Public Viewing nutzen", sagte er. Als Wermutstropfen bezeichnete Gabriel die stattlichen Eintrittspreise von 45 Euro (Kategorie III/Vorrunde) bis 550 Euro (Finale). "Das ist schon relativ teuer. Dagegen ist die Bundesliga mit Stehplatzkarten für 10, 11 Euro geradezu ein Paradies. Aber die Fans werden auch diese Preise bezahlen, denn es ist ein Riesen- Turnier." (ina)

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