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Aktuell Deutschland

Der Kaiserring für Baldessari

Er gilt als einer der Väter der Konzeptkunst. In seinen Werken spielt er mit Klischees aus der Alltagswelt. Dafür wurde der US-Künstler John Baldessari mit dem Kaiserring der Stadt Goslar ausgezeichnet.

Der Preis sei für ihn eine große Ehre, sagte Baldessari, als er die weltweit renommierte Auszeichnung für moderne Kunst in den Händen hielt. Jahrzehntelang hatte er mit Foto- und Videoarbeiten, Kollagen und Foto-Bild-Montagen die sogenannte Konzeptkunst wesentlich mitgeprägt und zahlreiche junge Künstler inspiriert. Seine Auffassung von Kunst sei es, schwierige Dinge leicht aussehen zu lassen, sagte der 80 Jahre alte Künstler im niedersächsischen Goslar.

Die Preisjury würdigt den US-Amerikaner als einen der einflussreichsten bildenden Künstler: In seinen Werken spiele Baldessari mit Standards und Klischees von Alltagswelt und Massenmedien, heißt es. Er verfremde, verdecke, blende aus, kombiniere Bild und Sprache und schaffe so neue Sinnzusammenhänge.

Von der Malerei zur experimentellen Kunst

Baldessari wurde am 17. Juni 1931 in National City (Kalifornien) geboren. Seine Laufbahn begann mit Kunststudien in San Diego, Berkeley und Los Angeles. Er malte anfangs, wandte sich in den 1960er Jahren aber verstärkt der experimentellen Kunst zu. Aufsehen erregte 1970 sein "Cremation Project", bei dem er alle seine Werke aus der Zeit von 1953 bis 1966 verbrannte.

Werke des US-Künstlers John Baldessari auf einer Ausstellung in Moskau (Foto: ITAR-TASS)

Baldessari wird der Konzept- oder Medienkunst zugerechnet

Baldessari ist in den vergangenen Jahren vielfach ausgezeichnet worden. Unter anderem hatte er 2009 für sein Lebenswerk den Goldenen Löwen der 53. Biennale erhalten. Heute wird er der Konzept- oder Medienkunst zugerechnet und gelegentlich auch als Pop-Art-Künstler bezeichnet.

Der Kaiserring - ein schlichter Goldring mit dem Bildnis des am 11. November 1050 in Goslar geborenen Kaisers Heinrich IV. - wird seit 1975 verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Max Ernst, Joseph Boys, Georg Baselitz und Christo.

GD/rb (dpa, afp)