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Kunst

Der Künstler mit den Swimmingpools: David Hockney zum 80.

Er ist ein Superstar der Pop Art, seine Bilder kosten mittlerweile ein Vermögen. Bis heute arbeitet David Hockney jeden Tag. Der Lieblingsmaler der Briten wurde an diesem Sonntag 80 Jahre alt.

Als Kind saß David Hockney im Doppeldeckerbus am liebsten ganz vorn, oben in der ersten Reihe. Dort hatte er die beste Aussicht über alles, was an Landschaften und Stadtbildern vor ihm lag. "I always wanted to see more!" ("Ich wollte einfach immer mehr sehen"), sagt der britische Maler in dem Dokumentarfilm "Hockney", den Regisseur Randall Wright 2015 über ihn gedreht hat. Unermüdlich fotografierte Hockney später als erfolgreicher Künstler seine Umwelt, hielt Szenen des Alltags fest, fertigte Skizzen von Freunden, Häusern, Passanten und anderen Zeitgenossen, die ihm interessant erschienen, an.

Hockney nutzt seit Jahren die Vorzüge digitaler Farbwelten: Er arbeitet mit Faxgeräten, Farbkopierern, nimmt sein iPhone als Skizzenblock oder malt direkt auf dem iPad. Hochinteressante Bildwelten sind so entstanden, oft als mehrteilige Bildschirmarbeiten in Ausstellungen zu sehen. Gerade arbeitet er an dem Entwurf eines farbigen Kirchenfensters für die berühmte Londoner "Westminster Abbey" – die Kirche, in der seit Jahrhunderten die britischen Könige gekrönt und bestattet werden. Mit seinem iPad sitzt er oft im Kirchenraum und lässt sich durch das Lichtspiel inspirieren.

Ein Star mit Bodenhaftung

David Hockney ist Maler, Weltbürger, Bohemien, Kettenraucher. Er ist der Lieblingsmaler der Briten und weltweit anerkannt. Sogar die Queen hat ihn persönlich geehrt. Er wurde mit Preisen und Auszeichnungen überschüttet - 1989 etwa erhielt er den hochdotierten "Praemium Imperiale", eine Art Nobelpreis der Kunst. Hockney versteht sich nach wie vor als Arbeiter. Häufig steht er früh auf, weil das Licht in den Morgenstunden so besonders ist. "Ich finde es aufregend zu sehen, wenn Regen in eine Pfütze fällt - und das dann zu malen", erklärt Hockney seine Leidenschaft speziell für Landschaftsmalerei.

Bis heute hat sich Hockney seine künstlerische Neugier und Entdeckerlust bewahrt, auch wenn er jetzt schon 80 Jahre alt wird. An die 2000 Bilder hat er im Laufe seines wechselvollen Lebens gemalt. Tausende von Fotos, Skizzen und Zeichnungen hat er angefertigt. Oft dienten sie als Vorlage für ein große Gemälde. Als Brite hat er die Pop Art auch der USA stark geprägt. Seit den 1960er-Jahren lebte er in Los Angeles, erst im Jahr 2000 kehrte er in seine britische Heimat zurück. Andy Warhol, Robert Rauschenberg - mit vielen Größen des Kunstbetriebes war er befreundet. Wie die Werke seiner Weggefährten werden Hockneys starkfarbige Acrylgemälde heute zu Höchstpreisen gehandelt. Das berühmte Poolbild "Beverly Hills Housewife" etwa erzielte bei einer Auktion den Rekordpreis von 7,9 Millionen US-Dollar.

"Ich bin und bleibe ein Anarchist"

Als Künstler war der gebürtige Brite nie so erfolgreich wie in den letzten Jahren. Da hatte er große Ausstellungen in London, Paris und Köln. Die Tate Britain in London würdigte sein Werk zuletzt in einer großen Retrospektive, zeigte Malerei, Fotografie, Videokunst Hockneys. Derzeit ist die Geburtstagsschau in Paris zu sehen. Anschließend tourt sie nach New York.

Seit vier Jahren lebt Hockney wieder in Los Angeles. Doch aus der umtriebigen Kunstszene hat er sich weitgehend zurückgezogen. Der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" verriet der einstige Partylöwe: "Wenn ich überhaupt auf Partys gehe, dann halte ich es wie die Aristokraten: Ich komme als Letzter und gehe als Erster." So sehr er die Exzesse unter Kaliforniens Sonne früher genossen hat, seine Arbeitsmoral ist ungebrochen: "Ich dachte, ich sei damals ein Hedonist gewesen", gestand er kürzlich dem Londoner "Guardian"., "aber wenn ich zurückblicke, habe ich immer gearbeitet".

 

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