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Wimbledon-Finale

Der König von Wimbledon heißt Federer

Roger Federer ist im Finale des traditionsreichsten Tennisturniers der Welt eine Nummer zu groß für Marin Cilic. Ungefährdet holt er sich seinen achten Titel und ist nun neuer Rekord-Sieger. Cilic versagen die Nerven.

Das ging wieder mal recht fix - wie schon beim Damen-Finale stand der Sieger des Wimbledon-Endspiels ziemlich schnell fest: Roger Federer ist der neue Champion im All England Club, der Schweizer sicherte sich einen ungefährdeten Drei-Satz-Erfolg und bezwang seinen zeitweise völlig überforderten Kontrahenten Marin Cilic mit 6:3, 6:1 und 6:4. Damit holte er sich den Titel erst als zweiter Spieler nach dem großen Schweden Björn Borg 1976 ohne Satzverlust und feierte gleich zwei Rekorde: Noch nie in der 131-jährigen Turniergeschichte waren einem Spieler acht Triumphe gelungen - außerdem ist er mit 35 Jahren der älteste Wimbledon-Champion in der Geschichte des Profitennis.  

Seine ersten Worte richtete der Rekordsieger an Cilic: "Manchmal ist es grausam, aber du hast gekämpft und bist ein Held", sagte Federer, der sein eigenes Wirken als "magisch" bezeichnete. In der "ewigen" Bestenliste in Wimbledon zog er an dem US-Amerikaner Pete Sampras und dem Briten William Renshaw vorbei. "Aber besser, als die Trophäe in den Händen zu halten, ist, gesund zu sein."

Tränendrama bei Cilic

Es waren gerade einmal eine Stunde und eine Minute gespielt, da holte sich Roger Federer bereits den zweiten Satz: 6:3 und 6:1 stand es zu diesem Zeitpunkt in einer bis dahin einseitigen Partie. Nach schwachem Beginn dominierte Federer das Spiel nach Belieben, Cilic leistete sich einen leichten Fehler nach dem anderen.

Wimbledon 2017 | Finale Herren | Roger Federer - Marin Cilic (picture-alliance/empics/J. Walton)

Marin Cilic hatte sich so viel vorgenommen - umso größer war die Enttäuschung über seine vielen unnötigen Fehler im Spiel

Dem 28-jährigen Kroaten versagten im größten Match seiner Karriere die Nerven und die Tränen strömten nur so über sein Gesicht, während er sich den linken Fuß bandagieren ließ. Federer bemühte sich indessen, die Emotionen seines Gegners nicht an sich herankommen zu lassen und vermied während der Pause zwischen den Sätzen jeglichen Augenkontakt.  

Bereits kurz zuvor hatte Cilic seinen Tränen freien Lauf gelassen, zu aussichtslos schien seine Lage, zu viele wilde Fehler waren ihm unterlaufen. Da half auch der aufmunternde Applaus von den Rängen nicht viel. Sogar über eine Aufgabe wurde zwischenzeitlich spekuliert. Noch einmal wehrte sich Cilic kurz, holte im dritten Satz vier Spiele, doch Federer ließ sich seinen historischen Sieg nicht mehr nehmen und stürmte in knapp zwei Stunden zum Sieg. Im dritten Satz glückte ihm die Vorentscheidung mit einem Break zum 4:3 und er verwandelte seinen zweiten Matchball zum ersten Wimbledon-Titel seit 2012 und dem achten nach 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2009 und 2012.

Tränen auch bei Federer

Wimbledon 2017 | Finale Herren | Sieger Roger Federer (Getty Images/G. Kirk)

Erst der Jubel - später die Freudentränen bei Federer

Für seinen 19. Titel bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere kassiert Federer ein Preisgeld von umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro. In der Weltrangliste wird er sich von Platz fünf auf Rang drei verbessern. Auch Federer war tief bewegt und vergoss ein Freudentränchen. 

Der Schweizer krönte im All England Club sein bestes Halbjahr seit langem, das nach sechs Monaten Pause mit dem Sieg bei den Australian Open sensationell begonnen hatte. In der Royal Box verfolgten neben reichlich Tennis-Prominenz auch Prinz William und Herzogin Kate, die britische Premierministerin Theresa May, die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard und Fürst Albert II. von Monaco die Federer-Festspiele und wurden Zeugen des historischen Moments.
 

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