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Fußball

Der Hoffnungsträger des HSV heißt Armin Veh

Seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 mischt der Hamburger SV im deutschen Fußball-Oberhaus mit. Die letzten Erfolge liegen aber lange zurück. Nun soll mit dem neuen Trainer Armin Veh wieder bessere Zeiten anbrechen.

HSV-Fans mit Fahnen auf der Tribüne. Foto: dpa/pa

HSV-Fans: hohe Erwartungen

Viele der heutigen HSV-Fans waren noch gar nicht geboren, als ihr Club 1987 im DFB-Pokalfinale in Berlin mit 3:1 gegen die Stuttgarter Kickers triumphieren konnte. Und auch die wohl erfolgreichste Zeit des Vereins kennen diese Anhänger nur von alten Fernsehaufnahmen: 1982 und 1983 gelangen dem HSV zwei deutsche Meisterschaften in Folge.

HSV-Stürmer Horst Hrubesch mit einem Kopfball im Finale des Europapokal des Landesmeister 1983. Foto: dpa/PA

Typisch Horst Hrubesch: Der HSV-Stürmer (2.v.l.) im Finale des Europapokal der Landesmeister 1983

Am 25. Mai 1983 konnte dann der bis heute größte Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert werden: Im Europapokal der Landesmeister - der heutigen Champions League - schlugen die Hamburger Juventus Turin im Endspiel in Athen mit 1:0. Torschütze des Siegtreffers war der heutige Trainer des FC Schalke 04, Felix Magath. Bilder von Magath und dem Endspiel in Athen hängen im HSV-Museum. Dort lässt sich auch die erfolgreiche Zeit aus den 1960er-, 70er- und 80er-Jahren rund um die HSV-Legenden Uwe Seeler, Charly Dörfel, Kevin Keegan, Manfred Kaltz oder Horst Hrubesch noch einmal nacherleben.

Drei Trainer in drei Jahren verschlissen

Porträt Armin Veh. Foto: DW

Armin Veh soll es richten

Das Museum ist in einer der Tribünen der modernen Arena im Hamburger Volkspark untergebracht, die nach dem Umbau des ehemaligen Volksparkstadions seit gut zehn Jahren Spielstätte des HSV ist. Doch viel zu jubeln gab es dort für die Hamburger Fußballfans bislang nicht. Zweimal belegten die Hanseaten in der Liga seit dem Jahr 2000 den dritten Rang, mehr war trotz großer finanzieller Anstrengungen nicht drin. Und das ist viel zu wenig für einen Club und ein Umfeld mit immens hohen Ansprüchen.

Für die nun anstehende Saison verpassten die Norddeutschen auch noch die Qualifikation für den Europa League. Zum ersten Mal seit sechs Jahren muss der HSV das internationale Fußballgeschäft aus dem Fernsehsessel verfolgen. Die fehlende Kontinuität in den Bemühungen des HSV, im deutschen Fußball näher an den FC Bayern München heranzurücken, lässt sich gut an den Wechseln auf dem Trainerposten ablesen: Seit dem Ende der Ära Thomas Doll zu Beginn des Jahres 2007 versuchten mit Huub Stevens, Martin Jol und Bruno Labbadia gleich drei Trainer ihr Glück an der Elbe, doch keiner fand es.

Nun soll mit Armin Veh alles besser werden. Mit dem VfB Stuttgart wurde Veh vor drei Jahren deutscher Meister, in Wolfsburg hatte er in der vergangen Saison dann aber kein Glück und musste vorzeitig gehen. Und so lässt er sich auch nicht darauf festlegen, welchen Platz er am Ende mit dem HSV in der Bundesliga belegen will: "Lasst uns erst mal anfangen und als Ziel sehen, jedes Spiel zu gewinnen. Dann schauen wir, was dabei herauskommt. Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir eine gute Saison spielen können." Platz fünf muss aber das Minimalziel des HSV sein.

Eingespieltes und erfahrenes Team

Nationalspieler Heiko Westermann im Oktober 2009 in einem Zweikampf mit dem Russen Alexander Kerschakow. Foto: AP

Prominenter Zugang - Heiko Westermann (r.)

Positiv könnte sich auswirken, dass die Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison weitgehend zusammen geblieben ist. Mit Nationalspieler Jerome Boateng, der zu Manchester City wechselte, hat nur ein Leistungsträger den Verein verlassen. Mit Nationalspieler Heiko Westermann von Schalke 04 sowie Dennis Diekmeier vom 1. FC Nürnberg sind aber zwei Spieler verpflichtet worden, die diesen Abgang kompensieren können.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bundesliga-Konkurrenten hat der HSV eine im Schnitt relativ alte Mannschaft. Mit den beiden Torhütern Frank Rost (37) und Jaroslav Drobny (30), Abwehrspieler Joris Mathijsen (30), den Mittelfeldspielern Ze Roberto (36) und David Jarolim (31) sowie Stürmer Ruud van Nistelrooy (34) gibt es gleich sechs Oldies im Team – die allerdings auch über jede Menge Erfahrung verfügen.

Bleibt abseits des Platzes alles ruhig?

Marcell Jansen bejubelt mit Teamkollege Mladen Petric einen Treffer. Foto: AP

Verteidiger und Torschütze Marcell Jansen (l.)

Dazu spielen mit den deutschen Nationalspielern Dennis Aogo, Marcell Janssen und Piotr Trochowski sowie dem Niederländer Eljero Elia und Paolo Guerrero aus Peru eine ganze Reihe weiterer Spieler von internationalem Format beim HSV, die ihr bestes Alter noch nicht erreicht haben. Trainer Veh ist mit dem vorhandenen Kader auf jeden Fall zufrieden: "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir das Potenzial haben, den Fußball, den ich mir vorstelle, spielen zu können, vor allen Dingen erfolgreich."


Den Worten des Trainers müssen aber Taten auf dem Platz folgen. Fürs erste darf nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre zumindest bezweifelt werden, dass der sechsfache deutsche Meister in naher Zukunft wieder Fußball-Geschichte schreiben wird. Geht der Saisonstart schief, könnte die sowieso schon herrschende Unruhe im Verein rund um den umstrittenen Club-Boss Bernd Hoffmann zu einem kräftigen Gewitter anschwellen. Und das könnte dann unangenehme Folgen für alle Beteiligten haben.

Autor: Uli Petersen
Redaktion: Stefan Nestler

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