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Europa

Der Hardliner Südossetiens: Eduard Kokojty

Von seinen eigenen Leuten wird der Präsident Südossetiens fast einmütig unterstützt - doch im Ausland fehlt im jegliche Anerkennung: Eduard Kokojty. Wer ist dieser Mann?

Eduard Kokojty +++(c) dpa - Bildfunk+++

Eduard Kokojty (Archivfoto)

Seit langem bemüht sich der Präsident der von Georgien abtrünnigen und international nicht anerkannten Republik Südossetien, Eduard Kokojty, um einen Zusammenschluss seines Landes mit dem russischen Nordossetien. Für die Regierung in Tiflis ist der Politiker, der sich gern in Militäruniformen zeigt, deswegen ein gefährlicher Separatist.

Der am 31. Oktober 1964 in der südossetischen Hauptstadt Zchinwali geborene Kokojty diente in den 80er Jahren in der sowjetischen Armee und studierte nach einer Ausbildung zum Elektromonteur Sportpädagogik. Nach einem blutigen Befreiungskrieg gegen Georgien saß er zunächst im südossetischen Parlament und gewann 2001 die Präsidentenwahlen. Im November 2006 wurde er bei einer Volksabstimmung von 96 Prozent der Wähler im Amt bestätigt.

International ohne Anerkennung

Die internationale Staatengemeinschaft hat einen separaten Staat Südossetien niemals anerkannt. Sie hält an der Unteilbarkeit des georgischen Staatsgebiets fest. Die EU, die Nato, die Führungsspitze der OSZE und das amerikanische Außenministerium erkannten auch das Referendum von 2006, in dem nicht nur über den Präsidenten sondern auch über die Unabhängigkeit von Georgien abgestimmt wurde, nicht an. Kokojty wird somit von der internationalen Staatengemeinschaft nicht als Präsident Südossetiens betrachtet.

Kokojty, der 1980 Meister im Freistilringen wurde, gilt als Hardliner. Eine vom georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili angebotene Autonomie für Südossetien lehnt er ab. Sollte es zu einem Krieg mit Tiflis kommen, warnte Kokojty 2005, werde man die "Krebsgeschwüre im georgischen Volk entfernen".

Kriegsgebrüll

In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA-Novosti sagte er am 4. August: "Sollte die Aggression [Georgiens] anhalten, werden wir uns gezwungen sehen, das Territorium Südossetiens von den georgischen Besatzungstruppen zu befreien... Die südossetische Führung ist sich über das Kräfteverhältnis voll und ganz im Klaren: 80.000 Einwohner in Südossetien gegenüber vier Millionen in Georgien. Aber bei andauernden Provokationen werden wir alle Feuerstellungen des Gegners und dessen Dislozierungsorte auf dem Territorium Südossetiens vernichten."

Kokojty kann derart kriegerisch auftreten, weil er sich der Unterstützung durch Russland gewiss ist. Die Moskauer Regierung hilft Kokojtys abtrünniger Region sowohl wirtschaftlich als auch militärisch.

Mit russischem Pass

Wie viele andere Südosseten besitzt der dreifache Vater, dem enge Beziehungen mit mafiösen Strukturen in seinem Land nachgesagt werden, einen russischen Pass. Als politisches Programm formulierte der prorussische Kokojty einmal "erstens die Unabhängigkeit von Georgien und zweitens die Wiedervereinigung mit Nordossetien".

Südossetien ist etwa eineinhalb Mal so groß wie Luxemburg. Rund 70.000 Menschen leben in dem an Russland grenzenden Gebiet. Die Osseten sind ein iranisches Volk, die Mehrheit von ihnen lebt in dem zu Russland gehörenden Nordossetien. (mas)

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