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Politik

Der Gewinner steht schon fest

Die Präsidentschaftswahlen in den USA rücken immer näher. Und noch ist laut Meinungsumfragen völlig unklar, wer das Rennen machen wird. Einige politische Beobachter meinen dagegen, den Gewinner schon zu kennen.

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John Kerry mit Rennrad

John Kerry mit Rennrad - hilft am Ende womöglich alles Strampeln nichts?

Es wird eng im Kampf um die amerikanische Präsidentschaft. Da sind sich alle aktuellen Wahlumfragen in den USA einig: Sie sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen George W. Bush und seinem Herausforderer John Kerry. Schon bei der letzten Wahl vor vier Jahren sorgten letztlich nur ein paar tausend Stimmen für die Entscheidung. Und knapp dürfte es auch diesmal werden, meint Jackson Janes - Professor an der John Hopkins Universität in Washington. Er geht aber davon aus, dass sich Bush am Ende doch gegen seinen Konkurrenten durchsetzt.

"Zunächst einmal, weil er Präsident ist. Er hat den White-House-Bonus. Zweitens, weil Kerry nicht so bekannt ist in Amerika. Er war Sieger in der Kampagne um die Nominierung. Aber er muss erst zeigen, was er will, was er kann. Und drittens, weil er aus Massachusetts kommt. Das ist für viele Leute im Südwesten ein rotes Tuch. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist einen sehr liberalen Weg gegangen im Senat. Das kommt bei den Leuten nicht gut an."

Faktor Wirtschaft

George Bush

George W. Bush (Archiv)

Einer der Hauptpunkte, die über den Wahlausgang entscheiden werden, sei die Wirtschaft. Davon ist Janes überzeugt. Bisher galt in den USA fast immer: Wenn die Wirtschaft halbwegs gut läuft, wird der Amtsinhaber wiedergewählt. Zwar klaffen in den öffentlichen Haushaltskassen Milliardenlöcher, aber die Wirtschaft wächst. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für die USA in diesem Jahr sogar das stärkste Wachstum seit 20 Jahren. Außer der Wirtschaft dürfte nach Janes´ Meinung aber noch ein anderes Thema den Wahlausgang entscheidend beeinflussen: Der Krieg im Irak.

"Die Leute werden betroffen von diesem Krieg. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und es gibt ein Unbehagen: Wie lange geht das denn noch? Wir haben gedacht: Das geht so schnell. In drei Wochen ist alles vorbei. Warum sind unsere Leute immer noch am Sterben? Also insofern: Das Thema wird da sein. Die Frage ist, ob es zu Gunsten von Bush oder Kerry ausgeht."

Mangel an Konzepten

Ob Präsident oder Herausforderer - Experten vermissen bei beiden ein Konzept, wie es im Irak weiter gehen soll. Andreas Zumach beobachtet seit Jahren die Politik der UN und die Außenpolitik der USA. Und er macht sich große Sorgen, denn für ihn steht fest: Sollte Bush, wie er vermutet, die Wahl gewinnen, wird sich die US-Außenpolitik keineswegs zum Besseren wenden.

"Meine größte Befürchtung ist, dass der Konflikt mit der arabischen Welt, der islamischen Welt - der seit dem 11. September wesentlich eskaliert worden ist - völlig außer Kontrolle gerät. Dass wir in einen noch schlimmeren Kreislauf kommen von Terror, Gegenterror, militärische Maßnahmen, Gegenterror - immer weiter eskalierenden Feindbildern, und dass das uns eines Tages völlig außer Kontrolle gerät."

Deutsche-Amerikanisches Verhältnis

Um das zu verhindern, setzen einige deutsche Politiker auf Kooperation mit den USA - so wie Dietmar Nietan. Er sitzt für die SPD im deutschen Bundestag. Für ihn gilt: Egal, wer die Wahl gewinnt, wichtig sei, dass die Deutschen mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten - Trotz aller Streitigkeiten um das richtige Vorgehen im Irak-Konflikt. Dietmar Nietan ist überzeugt, dass sich das Verhältnis beider Länder wieder bessern wird.

"In meinen Gesprächen in Washington erkenne ich, dass man auch auf die Deutschen setzt. Nicht, weil man in Amerika alles richtig findet, was wir machen, sondern weil man uns schon zutraut, ein wichtiger Partner trotz aller Differenzen zu sein. Und jetzt, glaube ich, können wir das beste tun, indem wir konkrete Vorschläge machen, und eben unsere Partner auf der anderen Seite des Atlantiks nicht enttäuschen, indem wir nur kritisieren und nicht konkret sagen, was wir wollen."

Konkret schlägt der SPD-Politiker vor, den Aufbau im Irak auf möglichst vielen Schultern zu verteilen. Auch die arabischen Staaten der Region müssten in die Lösung des Konflikts einbezogen werden. Eine Perspektive auf Frieden in Irak - das dürfte auch den Wählern in den USA gefallen. Fragt sich nur, wem sie die Kompetenz dafür zutrauen: Bush oder Kerry.

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