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Wissen & Umwelt

Der Flugzeugträger für die Stadt - Ein Flughafen für die Zukunft

Haben Sie sich je gefragt, wie Flugreisen in der Zukunft aussehen? Hier ist eine Idee, die von Designstudenten und Forschern von "Bauhaus Luftfahrt" gemeinsam entwickelt wurde: Ein mehrstöckiges System für die Stadt.

Auch wenn wir heutzutage immer stärker mit Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern über das Internet verbunden sind, so wollen wir doch auch in Zukunft hin und wieder jemanden persönlich treffen.

Vielleicht springen wir dann in ein selbstfahrendes Auto oder einen Hochgeschwindigkeitszug. Aber wenn die Reise etwas länger dauert, ist vielleicht doch das Flugzeug das Mittel der Wahl. Allerdings ist heute die An- und Abreise zum Flughafen, das Einchecken und Warten oft schon ein Abenteuer für sich.

Flughäfen in der Innenstadt gibt es zwar in manchen Städten - aber sie sind die Ausnahme und fertigen auch nicht viele Reisende ab. Eher geht der Trend heute zu riesigen Flughäfen auf dem flachen Land.

Das könnte sich ändern, wenn die Zukunftsvision einiger Studenten und Forscher irgendwann wahr würde. Sie haben sie jetzt auf der Internationalen Luftfahrt- Ausstellung in Berlin gezeigt.

Der neue Stadtflughafen nennt sich "CentAirStation" und ist auf einen Flugzeugtyp namens "CityBird" abgestimmt. Dieses Flugzeug ist spezialisiert auf kurze Start- und Landebahnen.

Die CentAirStation - Ein Flughafengebäude mit Rollfeld auf dem Dach (Foto: Bauhaus Luftfahrt)

Die CentAirStation - Ein Flughafengebäude mit Rollfeld auf dem Dach.

Ein Flughafen in Stockwerken.

Die CentAir Station soll 640 Meter lang sein und nur 90 Meter breit. Das ist sowohl die Größe der Start- und Landebahn, als auch das gesamte Flughafengebäude. So gleicht es einem Flugzeugträger - nur dass er eben kein Schiff ist, sondern auf dem Land steht.

Der Flughafen soll jährlich 10,5 Millionen Passagiere abfertigen können. Sogar eine Steigerung bis zu 15 Millionen soll möglich sein. Dazu müsste die CentAirStation täglich 16 Stunden Flugbetrieb haben und im Durchschnitt 30 Flüge pro Stunde abwickeln.

CityBird im Flug (Foto: Bauhaus Luftfahrt)

CityBird - Ein elektrisch betriebenes Flugzeug, spezialisiert auf kurze Rollbahnen.

Ein neuer Vogel

Der CityBird wurde in der Design-Studie gezielt auf die Anforderungen in dichtbesiedelten Städten hin konzipiert. Die Erfinder legten also großen Wert auf Lärmschutz, Sicherheit und die Fähigkeit, auf kurzen Rollbahnen zu starten und zu landen (Short take-off and landing, STOL).

Um das auf einer nur 640 Meter langen Rollbahn zu ermöglichen, wurden die Flügel auf spezielle Art gestaltet. Sie stehen seitlich gerade an und erreichen so einen starken Auftrieb bei relativ geringen Geschwindigkeiten.

Das Flugzeug müsste also steiler anfliegen. Die Entwickler gehen davon aus, dass die Navigationstechnik der Zukunft präziser arbeitet als heute und dass die Landung daher automatisiert durchgeführt wird.

Flughafen Konzept CentAirStation (Foto: Bauhaus Luftfahrt)

Im Terminal ist nicht viel Zeit: Nach 15 Minuten soll CityBird wieder abheben.

Zudem wurde ein Katapult-System eingeplant, das den Flieger beim Start stärker beschleunigen soll. Aus Sicherheitsgründen gibt es ein Startabbruch-System (Rejected Take-off, RTO). Dieses bremst und sichert das Flugzeug im Notfall.

Im Terminal

Bereits 15 Minuten nach der Landung soll ein Flugzeug mit neuen Passagieren wieder startbereit sein. Dazu müssten die Passagiere während des Tankens bzw. des Batteriewechsels des zukünftigen Elektro-Flugzeugs aus- und einsteigen.

Flughafen- und Flugzeug Konzept CentAirStation und CityBird (Foto: Bauhaus Luftfahrt)

Per Fahrstuhl geht es direkt an den Start.

Um die Passagiere möglichst schnell zum Flieger und aus dem Flughafen herauszubringen, spielt sich alles in der Vertikalen ab - über Fahrstühle und Rolltreppen. Zwischen Landung und Verlassen des Flughafen sollen 10 Minuten ausreichen.

Das Konzeptflugzeug CityBird hebt von der CentAirStation ab. (Foto: Bauhaus Luftfahrt)

Die CentAirStation passt auch in dicht besiedelte Städte.

Rauf und weg!

Auch das Taxiing der Flugzeuge - also der Weg vom Gate bis zur Startbahn - wirkt futuristisch: Wie bei einem Flugzeugträger sollen die CityBirds mit einem Fahrstuhl aus dem Bauch des Gebäudes heraus nach oben gehoben werden.

Die Verkehrsanbindung ist auch mit kurzen Wegen verbunden: Nur einige Stockwerke tiefer warten die Regional- und Fernzüge. Passagiere, die mit dem Auto oder vielelicht sogar mit dem Fahrrad anreisen, betreten den Flughafen durch Eingänge an der Seite.

Das Konzept wurde von Design-Studenten der Glasgow School of Art und von "Bauhaus Luftfahrt" entwickelt.

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