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Top-Thema – Podcast

Der falsche Doktor

Wer seinen Namen mit einem "Doktor" schmückt, hat beruflich gute Chancen. Doch Vorsicht: Man sollte die Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens ernst nehmen – sonst kann man den Titel wieder verlieren.‎

Einen Doktortitel bekommt man, wenn man an der Universität promoviert. Doktoren sind in der Gesellschaft hoch angesehen. In vielen Berufen hat man mit einem "Dr." vor dem Namen gute Chancen auf einen Platz in der Chef-Etage. Doch wer trickst und seinen Titel nicht auf ehrlichem Wege verdient, geht ein großes Risiko ein: Wird eine Arbeit als Plagiat entlarvt, kann man seinen Doktortitel wieder verlieren. In dem Fall erleidet der Betroffene einen großen Reputationsverlust im beruflichen, aber auch privaten Bereich.

Dies zeigt sich zum Beispiel in der Affäre um den deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Ihm wurde im Frühjahr 2011 vorgeworfen, Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben zu haben, ohne die Quellen zu nennen. Daraufhin wurde ihm der Doktortitel von der Uni Bayreuth wieder entzogen.

Es gibt sogar Fälle von Urkundenfälschung, bei denen Personen ihren Titel erfinden, ohne je eine Doktorarbeit geschrieben zu haben. Manchen gelingt es mit dieser Lüge sogar, eine Stelle zu erhalten, die man eigentlich nur mit Doktortitel bekommen kann. Ob die Aberkennung eines Titels direkte Konsequenzen für ein Arbeitsverhältnis hat, hängt von der Stellenausschreibung ab: War ein Doktortitel die Voraussetzung für eine Stelle, so verliert man diese mit größter Wahrscheinlichkeit. Hat man sich den Doktortitel komplett ausgedacht und nicht nur "ein bisschen abgeschrieben", gibt es darüber hinaus rechtliche Konsequenzen.

Glossar

wissenschaftliche Arbeiten, das – das Schreiben von Texten nach wissenschaftlichen Regeln

etwas ernst nehmen – hier: die Regeln von etwas beachten

Titel, der – hier: der Namenszusatz, den man für wissenschaftliche Leistungen erhält

promovieren – eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, um den Doktortitel zu bekommen

jemand ist hoch angesehen – jemand hat einen guten Ruf, ein sehr gutes Ansehen

Chef-Etage, die – hier: eine hohe, gut bezahlte Stelle in einem Unternehmen

tricksen – nicht ehrlich sein; täuschen

auf ehrlichem Wege – auf eine ehrliche und korrekte Art und Weise

etwas als Plagiat entlarven – zeigen, dass ein Text → abgeschrieben wurde

Betroffene, der/die – die Person, um die es geht

Reputationsverlust, der – die Tatsache, dass man seinen guten Ruf verliert

die Affäre um jemanden – die Ereignisse im Zusammenhang mit einer Person

jemandem etwas vorwerfen – jemanden für etwas kritisieren

etwas abschreiben – hier: einen fremden Text als seinen eigenen benutzen

Quelle, die – hier: der Text, aus dem man Informationen nimmt

jemandem etwas entziehen – jemandem etwas wegnehmen

Urkundenfälschung, die – die Tatsache, dass man ein offizielles Dokument verändert oder ein selbst gemachtes Dokument als offiziell ausgibt

Aberkennung, die – die Tatsache, dass jemandem etwas weggenommen wird (z.B. der Titel)

Arbeitsverhältnis, das – die Anstellung

Stellenausschreibung, die – die Anzeige für eine Arbeitsstelle

Fragen zum Text

1. Wenn man einen Doktortitel hat, …

a) besteht immer die Gefahr, dass man einen Reputationsverlust erleidet.

b) kann man jede Stelle bekommen, die man sich wünscht.

c) ist man angesehen und hat Chancen auf ein gutes Gehalt.

2. Welche Aussage steht im Text: Karl-Theodor zu Guttenberg hat …

a) Teile seiner Doktorarbeit von anderen Texten abgeschrieben.

b) in seiner Doktorarbeit viele Dinge behauptet, die nicht wahr sind.

c) als Verteidigungsminister große Fehler gemacht.

3. Welche Konsequenzen haben Plagiatsvorwürfe für eine Arbeitsstelle?

a) War ein Titel Voraussetzung dafür, eine Stelle zu bekommen, kann man sie verlieren.

b) Wenn man seine Quellen nennt, kann man die Stelle behalten.

c) Man verliert sie in jedem Fall.

4. Handelt es sich bei einer Doktorarbeit um ein Plagiat, kann der Titel wieder ab…

a) -gezogen werden.

b) -erkannt werden.

c) -geschrieben werden.

5. Wenn jemand bei einem Doktortitel … und dann … wird, kann das rechtliche Konsequenzen für ihn haben.

a) trickst – lügt

b) entlarvt – trickst

c) lügt – entlarvt

Arbeitsauftrag

Mit Hilfe des Internets ist es sehr einfach, ein Plagiat anzufertigen. Schreiben Sie einen Text über das Thema "Plagiat". Suchen Sie im Internet nach Texten zu diesem Thema. Sie dürfen einzelne Sätze teilweise oder ganz abschreiben. Damit es nicht zu einfach ist, dürfen Sie nicht mehr als einen Satz aus je einem Text nehmen. Doch Vorsicht: Alles, was Sie aus dem Internet abschreiben, müssen Sie natürlich verstehen. Lesen Sie Ihren Text dann im Kurs vor und lassen Sie Ihre Mitschüler erraten, welche Stellen abgeschrieben sind.

Autoren: Michael Gessat/Frank Wörner/Anne Gassen Redaktion: Shirin Kasraeian

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