1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Der Euro kann nicht scheitern

Themenbild Pro und Contra (Grafik: DW)

"Scheitert der Euro, dann scheitert Europa" - in diesen Satz hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel geradezu verliebt, denn sie hat ihn bei mindestens drei Gelegenheiten geäußert. Doch eine solche Behauptung wird nicht dadurch wahrer, dass sie ständig wiederholt wird. Fakt ist: Eine Währung kann nicht scheitern, solange sie noch irgendjemand als Zahlungsmittel akzeptiert. Den Euro akzeptiert die ganze Welt - und sie wird es auch in Zukunft tun.

Rolf Wenkel (Foto: DW)

Rolf Wenkel

Fakt ist auch: Wir haben keine Währungskrise, wir haben eine Krise der Staatsfinanzen in einigen Ländern des Euroclubs. Wenn einige Euroländer von rechts wegen Konkurs anmelden müssten, würden vermutlich einige Politiker von einer gescheiterten politischen Idee sprechen. Aber für Ideen kann man sich nichts kaufen. Wohl aber für den Euro. Denn der ist - trotz der desolaten Verfassung einiger öffentlicher Haushalte - immer noch erstaunlich stabil. Im Frühjahr bekam man 1,20 Dollar für einen Euro, heute 1,33 Dollar. Nur zur Erinnerung: Es gab auch schon Zeiten, in denen man weniger als einen Dollar für einen Euro bekam. Auch das hat die Gemeinschaftswährung verkraftet - und damals hat niemand vom Scheitern des Euro gesprochen.

Das einzige, was dem Euro passieren kann, ist, dass er seinen inneren Wert verliert. Wenn die Milliarden aus dem Rettungsschirm in den Geldkreislauf gelangen, wächst die Inflationsgefahr. Aber dagegen hat die Europäische Zentralbank genug Munition - sie braucht nur die Leitzinsen zu erhöhen. Die sind schließlich auf einem historisch niedrigen Stand.

Fazit: Das Gerede vom Scheitern des Euro ist dummes Zeug. Der Euro wird auch in Zukunft ein weltweit geachtetes und begehrtes Zahlungsmittel sein. Denn niemand kann ernsthaft erwarten, dass die Europäer in eine Tauschwirtschaft zurückfallen, nur weil einige Länder massive Haushaltsprobleme haben.

Autor: Rolf Wenkel
Redaktion: Kay-Alexander Scholz