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Krieg in Syrien

Der Euphrat-Staudamm als Waffe?

Die Offensive der arabisch-kurdischen Miliz gegen den "Islamischen Staat" in Rakka lässt den nahe gelegene Euphrat-Staudamm zum möglichen Sabotageziel der Dschihadisten werden. Eine Flutwelle wäre eine Katastrophe.

Somit wächst mit dem Vorrücken der Truppen auf Rakka die Sorge um den Euphrat-Staudamm im Westen der syrischen IS-Hochburg. Am Wochenende sei die Stromproduktion dort eingestellt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Hinter dem Damm staut sich der Assad-See, nur wenige Dutzend Kilometer stromabwärts liegt Rakka.

Der IS drohte über sein Sprachrohr Amak indirekt mit dem Einsturz des Bauwerks. Wegen "US-Luftangriffen und eines hohen Wasserstandes" sei der Damm vom Zusammenbruch bedroht. Angesichts der von westlichen Staaten unterstützten Offensive auf Al-Rakka und das vom IS beherrschte Umland wird schon länger befürchtet, ein in Bedrängnis geratener IS könne den Damm sabotieren, um die Region zu fluten. Der Staudamm wird vom IS gehalten und ist stark vermint.

Massive Schäden am Damm

Der größte Staudamm Syriens ist nach den schweren Angriffen bereits außer Betrieb gesetzt. Wie die Nachrichtenagentur AFP von Technikern erfuhr, kann der Tabka-Staudamm am Euphrat wegen einer Beschädigung der Stromversorgung nicht mehr gesteuert werden. Wegen der Kämpfe in der Region stehe kein Personal zur Verfügung, um den Schaden zu beheben, hieß es weiter.

Der Sprecher der Rebellengruppe "Demokratische Kräfte Syriens" (SDF), Talal Sello, betonte hingegen, es gebe keine unmittelbare Gefahr, dass der Damm brechen könne, und bestritt, dass es Luftangriffe gegeben habe. Die US-Streitkräfte hätten SDF-Einheiten mit Hubschraubern in das Gebiet geflogen, um die Bemühungen zur Verdrängung des IS von dem Staudamm zu unterstützen.

cgn/kle (afp, dpa)