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Politik

Der erste Aussteiger

Die Zahl der potenziellen Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten ist von zehn auf neun geschrumpft. Senator Bob Graham stieg am Montag (6.10.) aus dem parteiinternen Wettkampf aus.

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Bob Graham

Graham gab in einem Interview des Senders CNN am Montag sein Ausscheiden aus dem Rennen um die Präsidententen-Kandidatur bekannt. Zur Begründung sagte Graham, er sei zu der Erkenntnis gelangt, dass er keine Chancen für eine Nominierung als demokratischer Präsidentschaftskandidat habe: "Ich gehe, weil ich zu dem Schluss gekommen bin, dass ich nicht zum Präsidenten gewählt werden kann." Graham, der im Januar am Herzen operiert worden war, verwies zudem auf seine angeschlagene Gesundheit.

"Wer sich Feinde macht, der wird wahrscheinlich keine lange Karriere haben", beschrieb Bob Graham seine Strategie noch kürzlich, die ihn immerhin zu zwei Amtszeiten als Gouverneur und drei als Senator gebracht hat. Mit Pragmatismus habe dies etwas zu tun, erklärt er und unterhält sich weiter mit seinem Kontrahenten Howard Dean.

Nicht immer bewahrt sich der detailverliebte Politiker jedoch seine Zurückhaltung. In der Auseinandersetzung um den Irak-Krieg zeigte er George W. Bush gegenüber erstmals Zähne. Auch sein Wahlkampfprogramm ist aggressiv. Er nennt die Haushaltspolitik Bushs "lachhaft" und gibt dem Präsidenten die Schuld für Kinderarmut und Verfehlungen in der Bildungspolitik.

Um wirkliche Widerstände musste sich Graham in seinem Leben selbst kaum sorgen. Sein Vater hatte mit einer Milchfarm ein Vermögen gemacht und war zudem einflussreicher Politiker in Florida. In der Nähe von Miami wuchs Graham auf und kam nach dem Jurastudium in den "Sunshine State" zurück, wo er bald ins Parlament Floridas gewählt wurde. Erfolge als Gouverneur und später als Senator des "Sonnenscheinstaates" folgten. Sein Vermögen wird auf mindestens sieben Millionen US-Dollar geschätzt.