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Europa

Der Eis-Krieger: Ilker Basbug wird türkischer Armeechef

In der Türkei wird der wichtige Posten des Generalstabschefs neu besetzt. Beobachter erwarten, dass Ilker Basbug größeren Einfluss auf die Regierung nehmen wird, als es sein Vorgänger getan hat.

Ilker Basbug und Yasar Büyükanit (r.), Quelle: dpa

Ilker Basbug (links) und sein Vorgänger Yasar Büyükanit

Mit dem diesjährigen "Tag der Streitkräfte" am 30. August heißt der neue Generalstabschef in der Türkei Ilker Basbug. Der bisherige Oberkommandierende der Landstreitkräfte löst den in den Ruhestand versetzten Yasar Büyükanit an der Spitze der türkischen Armee ab.

Wegen der großen Bedeutung der Armee in Staat und Gesellschaft der Türkei, beschäftigt sich die internationale Öffentlichkeit zunehmend auch mit den persönlichen Eigenschaften des künftigen türkischen Generalstabschefs. Analysen und Voraussagen füllen die Zeitungsseiten - und stimmen in der Erwartung überein, dass mit Basbugs Aufstieg zur Spitze der türkischen Armee sowohl dem türkischen Staat als auch seiner Regierung unter Führung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan schwere Zeiten bevorstehen.

Cool und pragmatisch

Recep Tayyip Erdogan, Quelle: AP

Ministerpräsident Erdogan hat einen neuen Mitspieler

In der Türkei ist Basbug als der "Eis-Krieger" bekannt, weil er im Gegensatz zu seinem Vorgänger Büyükanit als "cool und pragmatisch" gilt. Erwartet wird auch ein größerer Einfluss Basbugs auf die Regierung Erdogan als der des bisherigen gutväterlich wirkenden Generalstabschefs.

Aufruf an die Einheit des Landes

Keinen Zweifel lässt Basbug in seinen bisherigen Erklärungen daran, dass er an der Verpflichtung aller Gesellschaftsschichten im Lande und aller Führungsebenen zur Wahrung von Einheit und Unteilbarkeit von Staat und Nation festhalten wird. Es sei nicht nur die Aufgabe der türkischen Streitkräfte, die erforderliche Empfindlichkeit zu zeigen, wenn es um die Einheit und Unteilbarkeit der Streitkräfte sowie der Befehlskette gehe, erklärte er. "Das ist ein wichtiger Punkt, den jeder, der in der Türkei lebt, beachten sollte. Die Türkei erlebt schwierige Tage und geht durch eine schwierige Zeit. Jeder von uns muss in diesen Zeiten vernünftiger, vorsichtiger und ruhiger agieren." Nicht anders als seine Vorgänger ist auch Basbug als entschlossener Verfechter des Laizismus bekannt.

Ausbildung in Großbritannien

Der 1943 in der westtürkischen Provinz geborene Basbug absolvierte seine militärische Ausbildung in der Türkei an der Heereskriegsschule, danach an der Heereskriegsakademie, der Königlich Britischen Kriegsakademie sowie am Verteidigungscollege der NATO. Mit seinem Aufstieg zum Brigadegeneral 1988 setzte Basbug seine Karriere in den oberen Führungsetagen der türkischen Armee fort.

Die empfindliche Balance zwischen Diplomatie und militärischem Pragmatismus perfektionierte Basbug unter anderem als stellvertretender Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates und danach in den Jahren 2003 bis 2005 als stellvertretender Generalstabschef. In diesen Funktionen überzeugte Basbug durch Ausgewogenheit zwischen ziviler Regierung und Armeeführung.

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